VVK bei wuppertal-live.de: Kulturförderung per Mausklick

| Foto: Mathias Kehren

Schwer an ein Ticket zu kommen ist’s heute eigentlich nur noch, wenn die Veranstaltung ausverkauft ist. Ansonsten gibt’s neben den guten alten Vorverkaufsstellen vor allem das Internet, um bequem an Eintrittskarten zu kommen. Die Wuppertaler Agentur Die Vernetzer hat vor vielen Jahren das Portal wuppertal-live.de auf den Weg gebracht. Seit fünf Jahren ist das Ganze nun Bergisch.

Wann, wer, wo, was – die wohl wichtigsten Angaben, seit es Veranstaltungen gibt, kann man optional abklopfen, wenn man das Portal wuppertal-live.de aufruft. Eingepflegt sind hier alle Events aus dem Bergischen Städtedreieck, pro Jahr über 2 000 Veranstaltungen an ca. siebzig Orten. „Wir betrachten das als Kultur- und Standortförderung“, sagt – ganz der „Vernetzer“ – Geschäftsführer Marcel Sebastian, der auch betont, dass „lediglich kostendeckend gearbeitet wird. Jedes Plus fließt ins Projekt zurück.“ Marcel Sebastian, der schon in den 90er Jahren Kulturarbeit im Rex-Theater leistete, weiß, dass die Veranstalter auf die Einnahmen aus Ticketverkäufen angewiesen sind: „Wir wollen der Kultur an der Stelle kein Geld entziehen. Und das Portal funktioniert ja auch nur, weil die Veranstalter nichts dafür bezahlen müssen. Was größere noch schaffen könnten, ist für viele kleinere unmöglich.“

König Kunde

Wer hat nun was davon? Erstens: Die 16 bergischen VVK-Stellen – je drei in Remscheid und Solingen, zehn in Wuppertal, davon ein Late Night Service im Café Ada – dürfen die Vorverkaufsgebühr (die übrigens geringer als bei anderen Anbietern ist) behalten. Zweitens: Die Veranstalter haben messbar mehr Aufmerksamkeit. Drittens: Die Vernetzer haben ein Projekttestgebiet, profilieren sich als Kulturförderer und stärken ihr Prestige. Und? Ach ja, viertens: Der Käufer. Der Kunde. Der Konsument. Der hat gleich ganz vielfältig was davon: Online gibt es den gebündelten Überblick. Dezentral, mit den 16 VVK-Stellen „kommen wir ganz nah an die Leute ran“, und dann ist da natürlich auch der eigentliche Online-Service, sprich: Ticket buchen, Zahlung abwickeln, Karten ausdrucken, fertig. Hinzu kommt noch ein beachtlicher Service. „Immer wieder mal müssen Veranstaltungen zum Beispiel wegen Krankheit abgesagt werden“, weiß Marcel Sebastian. „Hat der Käufer seine Mobilnummer hinterlassen, wird er per SMS benachrichtigt. Und bei uns bekommt er nicht nur den Kartenpreis, sondern auch die VVK-Gebühr zurück.“ Ganz aktuell wurde auch auf den Weg gebracht, dass es bei attestierter Krankheit oder in einem Todesfall Rückerstattung gibt. „Die Menschen im Falle einer Absage benachrichtigen, geschieht durchaus auch unter einem Umweltaspekt. Weil es schlicht weniger Energie verbraucht, wenn diese Menschen sich in dem Fall nicht zum Veranstaltungsort bewegen.“ Und der Umweltaspekt findet hier generell Beachtung. Nachzulesen auf wuppertal-, remscheid- und solingen-live.de.