Storchenpost an Absender: Kalif Storch

Nicht alle deutschen Märchen stammen bekanntlich aus der Feder der Brüder Grimm. Neben „Zwerg Nase“ und „Die Geschichte von dem kleinen Muck“ schrieb der schon mit 25 Jahren verstorbene Schriftsteller Wilhelm Hauff auch „Kalif Storch“ nieder. Die Wuppertaler Bühnen zeigen das Märchen nun als vorweihnachtliches Familienstück.

Die Regisseurin Ingrid Gündisch arbeitet dabei zum ersten Mal an den Wuppertaler Bühnen. Mit Thomas Braus, An Kuohn, Juliane Pempelfort, Hendrik Vogt, Jakob Walser und Marco Wohlwend inszeniert sie die Geschichte, in der der Kalif von Bagdad, Chasid, und sein Großwesir Mansor von dem als Händler verkleideten Zauberer Kaschnur ein Döschen mit Zauberpulver kaufen, mit dem man sich in jedes beliebige Tier verwandeln kann. „Aber Achtung: Einmal verwandelt, darf man auf keinen Fall mehr lachen, sonst vergisst man das Zauberwort, das einen wieder zum Menschen werden lässt. Kein Problem, glauben Chasid und Mansor, und verwandeln sich in Störche. Doch dann kommt es, wie es kommen muss – als die anderen Störche im Palastgarten den Speiseplan besprechen, müssen die beiden so lachen, dass sie das rettende Zauberwort prompt vergessen. Da erst merken sie, dass sie vom bösen Zauberer Kaschnur hereingelegt wurden, der dies alles genau so geplant hatte, damit sein missratener Sprössling Mizra der neue Kalif von Bagdad werden kann. Was nun? Allah sei Dank begegnen Chasid und Mansor der Eule Lusa, die ebenfalls von Kaschnur verzaubert wurde und eigentlich die Tochter des Königs von Indien ist. Immerhin hat sie den passenden Tipp, wie man an das erlösende Zauberwort rankommt, das Chasid und Mansor wieder in Menschengestalt verwandeln kann, und würde den auch verraten – allerdings nur unter der Bedingung, dass einer von beiden anschließend Lusa, die Eule, heiratet …“

Anfang des 19. Jahrhunderts schrieb Wilhelm Hauff dieses Märchen; nach „Das kalte Herz“, das die Bühnen bereits vor zwei Jahren in einer Inszenierung

von Philip Stemann im Opernhaus gezeigt haben, bringen sie nun eine zweite Hauff’sche Geschichte auf die Bühne.

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