Besondere Stadtrecherche: Kortländer-Saga

Kainkollektiv: Polnische Spurensuche

Wer hätte das gedacht: Bochum galt einst als das kulturelle Zentrum der Arbeitsmigranten aus Polen. Vereine, Banken, Geschäfte, Kirchen waren in polnischer Hand. Eine Folge für das Verschwinden vieler Erinnerungsspuren im Revier war sicher die mangelnde Akzeptanz der Alteingesessenen gegenüber den Zugezogenen. Das rege Künstlerduo Fabian Lettow und Mirjam Schmuck vom „kainkollektiv“ widmet sich jetzt dem Thema in ihrer Stadtrecherche. Gemeinsam mit fünf polnischstämmigen Schauspielern wollen sie die vergessenen Geschichten wieder beleben. So stellt Lettow fest, dass „der Ruhrdialekt durchaus unter polnischem Einfluss entstanden ist“. Allerdings interessieren ihn nicht die bekannten Klischees über eine Bevölkerungsgruppe. Er stellt sich die Frage, „wie wir heute in Europa zusammenleben“. In Abgrenzung zu folkloristischen Vorstellungen polnischer Lebensweisen geht es in der „Kortländer-Saga“ ausgehend von der Historie um die Wirkung im Hier und Jetzt. Dabei bekommen die Macher zusätzliche Unterstützung von der Autorin Maria Spiss, die Texte zu der multimedialen Installation beisteuert.