Gedächtnis des Körpers: Maura Morales im FFT

Maura Morales: Exceso de la nada – Überfluss des nichts | Foto: FFT

Kuba ist die Insel der Träume– Musik, Sonne und Rum, das verbinden wir hierzulande mit diesem Fleckchen Erde. Tänzerin Maura Morales erlebte in ihrer Kindheit ein ganz anderes Bild. In ihrer aktuellen Produktion setzt sie sich damit künstlerisch auseinander.

In ihrer ersten Soloproduktion seit dem preisgekrönten Stück „Wunschkonzert“ verarbeitet Morales ihre Kindheit und Jugend in dem sozialistischen Staat. „Mein Kopf hat viele Dinge schon vergessen“, erzählt die Tänzerin und Choreografin. „Aber mein Körper erinnert sich an alles.“ Einfach aus ihr heraus kommen dann die Bewegungen, die am Ende ein ganzes Stück ergeben. Musikalisch begleitet wird sie dazu, wie bei jeder Produktion, von ihrem Partner Michio Woigard. Der Gitarrist ist bei jeder Probe dabei, von Anfang an, und lässt sich inspirieren. „In diesem Fall war das eine kleine Herausforderung.“ Schließlich denkt bei Kuba jeder automatisch an Salsa, die typischen Rhythmen und die fröhliche Musik. „Ich wollte das nicht außen vor lassen, aber auch eine eigene Farbe einbringen“, berichtet er. Entdeckt hat er schließlich die Yoruba – die traditionellen religiösen Gesänge bilden nun die Grundlage zum Soundtrack von „Exceso de la nada“. Ein sehr persönliches Stück ist es geworden. „Kuba ist gerade in aller Munde, alle reden darüber, jetzt noch schnell einen Trip dorthin zu machen, bevor sich alles ändert“, beschreiben die Künstler ihren Eindruck. Durch den politischen Frühling, den die Insel momentan erfährt, ändert sich in der Tat etwas. „Aber nicht für die Menschen, die dort leben. Denen geht es genau so dreckig wie vorher“, sagt Morales. Sehr oft werde sie darauf angesprochen, wie sie als Exil-Kubanerin ihre Heimat sehe. „Das zeige ich jetzt, in meiner eigenen Art.“ Betonen will das Duo, dass es sich keinesfalls um ein politisches Stück handelt: „Natürlich haben unsere Themen immer einen politischen oder sozialkritischen Hintergrund, unser Angang und die Verarbeitung ist aber immer die emotionale Seite.“

Cooperativa Maura Morales: Exceso de la nada – Überfluss des nichts,
FFT Düsseldorf,Juta, 8., 10., 11.11, 20 Uhr