Ausgezeichnet: Das Anneliese Brost-Musikforum gewinnt seinen ersten Preis

Ausgezeichnet: das Bochumer Musikforum. | Foto: Stadt Bochum, Referat für Kommunikation

Kaum sind die ersten Konzerte der Bochumer Symphoniker in ihrer neuen Heimat verklungen, hat das Haus schon einen Preis bekommen. Der Bund Deutscher Architekten für die Städte Bochum, Hattingen, Herne und Witten hat die Auszeichnung guter Bauten an das Anneliese Brost-Musikforum vergeben. Nun muss sich die Pottphilharmonie beim Landeswettbewerb beweisen.

Bochums Elbphilharmonie steht im Viktoria-Quartier. Ohne die ganz große Welle und eine mitreißende Investitionsflut ist Architekten und Bauherren ein bemerkenswerter Kunstpalast gelungen. Dieser Ansicht ist zumindest eine Fachjury, die den neuen Konzertsaal rund ein Jahr nach seiner  Eröffnung ausgezeichnet hat. Die herausragende Idee, die inzwischen verweltlichte Kirche St. Marien zum Mittel- und Ausgangspunkt des Anneliese Brost-Musikforums zu machen, überzeugte die Experten auf den ersten Blick.

"Raffinierte Besetzung"

„Das besondere Nutzungskonzept beider Seiten des Bestandsbaus und die raffinierte Besetzung des Kirchenschiffes als neuer Eingang und Verteilerraum für die beiden benötigten Säle resultiert im Angebot eines dritten Saales, der für spezielle Veranstaltungen bereits rege genutzt wird“, begründen die Juroren unter dem Vorsitz von Prof. Erhard An-He Kinzelbach ihre Entscheidung. Sie hatten zehn der eingereichten Arbeiten bereist, um die Räume auf sich wirken zu lassen. Eine Vielzahl von ersten Reihen erzeuge im Konzertsaal das Gefühl, mittendrin zu sein. Im Zusammenspiel mit dem verwendeten Material sei ein architektonisches Schmuckstück entstanden, lautete ihr Urteil.

Der allgemeinen Begeisterung kann sich der Vorsitzende vom Bund Deutscher Architekten für die Städte Bochum, Hattingen, Herne und Witten nur anschließen. „Es ist ein fantastisches Haus“, betont Boris E. Biskamp. Er vergab die Auszeichnung diesmal besonders gern. „Die Entscheidung hat mich über alle Maßen gefreut und der Vorstand steht zu einhundert Prozent dahinter.“ Ausdrücklich lobte er das bürgerschaftliche Engagement, das den Bau überhaupt erst möglich gemacht habe. „Was die Stadtgesellschaft dazu beigetragen hat, ist wirklich außergewöhnlich und verdient großen Respekt.“

Nächster Halt: Landeswettbewerb

Noch deutlich mehr Anerkennung könnte das Konzerthaus beim Landeswettbewerb gewinnen. Dort ist die Konkurrenz allerdings ungleich größer, denn auch Städte wie Köln, Düsseldorf oder Münster treten dort mit ihren Prestige-Projekten an. Dennoch räumt Boris E. Biskamp dem Musikforum aufgrund seiner Entstehungsgeschichte und der gelungenen Verbindung aus historischer und moderner Architektur durchaus Chancen ein. „Es ist nicht die Elbphilharmonie, sondern nur Bochum, doch es ist in höchstem Maße wertige Architektur mit einem ganz besonderen Raumgefüge.“ Dominique Schroller