Museum unter Tage: Das größte Geschenk zum Jubiläum

Ein erster Blick ins Museum unter Tage (MuT) | Fotos: Lisa Sänger

Am Samstag öffnet in Bochum das Museum unter Tage das erste Mal seine Türen für die Öffentlichkeit, wir durften vorab einen Blick in das nagelneue Kunstmuseum werfen, das sich unter dem Weitmarer Schlosspark verbirgt.

Lediglich drei kleine Quader ragen in das idyllische Landschaftsbild des Schlossparks hinein, dass das angelegte Kiesbett die Abmessungen eines darunterliegenden Raumes markiert, muss man hingegen schon wissen. Sonst hält man es für einen Teil der Parkanlage. Ein Jahr betrug die Bauzeit und rund sieben Millionen Euro flossen in das Projekt, das der Kanzler der Ruhr-Universität, Dr. Karl-Heinz Schloßer, als „die bedeutendste Schenkung, die die RUB zum Jubiläum bekommen hat“, bezeichnet. Auch, wenn beispielsweise die Universität Frankfurt ihrer Zeit ein wesentlich größeres bekommen hätte und die räumliche Distanz zwischen Weitmar und Querenburg doch ein Stück wäre. Diesen Seitenhieb kann er sich wohl nicht verkneifen. Die geistige Distanz sei im Gegensatz zur räumlichen allerdings äußerst gering, beteuert Maria Schulte, die Kuratorin der Stiftung Situation Kunst, die das Museum gemeinsam mit der Ruhr-Universität betreibt. Die Studierenden seien sehr interessiert an der Möglichkeit der museumspraktischen Arbeit und der Konzeption von Ausstellungen. Auch in die Dauerausstellung „Weltsichten“ seien sie intensiv mit eingebunden. 

Über 350 Kunstwerke in der Dauerausstellung

Über 350 Werke umfasst die Ausstellung, die aktuell die gesamten 1350 m² der Ausstellungsfläche belegt. Eine umfangreiche Sammlung von Werken, die sich allesamt mit dem Thema Landschaft beschäftigen, dabei aber vom klassischen Ölgemälde bis zur modernen Videoinstallation sämtliche Kunstformen abdeckt. Entsprechend breit ist auch der Zeitraum, aus der die Kunstwerke stammen, angefangen im 15. Jahrhundert bis zur unmittelbaren Gegenwart. Berühmte Maler wie Picasso, Cézanne oder van Goyen sind darunter zu finden. In den klaren weißen Raumstrukturen des Museums können diese Werke ihre Wirkung frei entfalten. In einem Jahr soll etwa ein Drittel der Fläche für wechselnde Ausstellungen frei gemacht werden, die erste sei bereits in Planung, so Schulte, genaueres wolle man aber noch nicht verraten. Genau wie vorab beim Kubus, der künftig als Büroraum des Museums dient, sollen die Studierenden des Kunstgeschichtlichen Instituts der RUB auch in Zukunft eng in die Prozesse der Ausstellungsplanung miteinbezogen werden. Durch diese besondere Möglichkeit, Praxis und Forschung zu verbinden, würde der kunstgeschichtlichen Ausbildung an der RUB eine besondere Stellung verschafft, freut sich Prof. Dr. Richard Hoppe-Sailer vom Kunstgeschichtlichen Institut, schon jetzt ziehe der Masterstudiengang Moderne und zeitgenössische Kunst Studierende aus ganz Deutschland an. 

Weiterlesen

bis Herbst 2016, Museum unter Tage, Bochum

Museum unter Tage: Weltsichten

Um die große Spannweite künstlerischer Auseinandersetzungen mit Landschaft zu entdecken, muss man sie in Bochum erstmal verlassen. Man steigt unter die Erde, in das spannende neue Museum unter Tage (MuT). [mehr...]


bis 8.11. Kubus der Situation Kunst, Bochum

Schöner Abschied: Serielle Kunst im Kubus

Bald eröffnet das Museum unter Tage - der Kubus im Weitmarer Schlosspark steht dann erstmal leer. Zum Abschied lässt sich hier serielle Kunst bestaunen, wie man sie etwa von Andy Warhols Siebdrucken kennt.  [mehr...]


Hochschullehre: Stiefkind der Wissenschaft

Seminare, in denen durchgehend nur Referate gehalten werden oder irgendwo vorne ein Dozent einen Monolog hält: Durch solche Kurse hat sich schon so mancher Student quälen müssen. Wir haben uns einen Hochschulprofessor geschnappt um den Fehler im System zu finden. [mehr...]