Tanzende Tiere: Martin Nachbar in Düsseldorf

Hund? Katze? Maus? Animal Dances. | Foto: Gerhard F. Ludwig

Einmal ein Tier sein: Diese Erfüllung eines Kindheitstraums schenkt Martin Nachbar seinen Tänzern im Stück „Animal Dances“. Kühe, Pferde, Insekten, eine Schildkröte und Fantasiewesen werden am 29. und 30. November auf die Bühne des FFT Juta einziehen. Um bloße Darstellung geht es dem Tänzer und Choreographen dabei nicht: „Man kann ja keine Kuh sein. Aber wenn man sich vorstellt, wie die Tiere wahrnehmen und wie groß ihre Körper sind, ist es interessant, was das mit der Bewegung von Menschen anstellt.“

In vier voneinander getrennten Teilen werden die Tänzer zu Mensch-Tieren. Los geht es mit einer fabelhaften Welt, in der besonders die Koordination der Performer gefragt ist. Nur wenige überzeichnete Naturelemente erinnern auf der Bühne an die Lebenswelt der Tiere. Mit gutem Grund: „Wir haben mit Natur- und Blumenmotiven gespielt. Aber ‚Zurück zur Natur’ interessiert mich nicht so, eher das Vermischen“, so Nachbar. Die Mixtur aus typischen Tierbewegungen und menschlichem Verhalten kommt auch in Teil zwei zum Tragen: Die fünf Tänzer imitieren Zirkuspferde in einer Manege. Zwölf Minuten lang galoppieren sie stoisch im Kreis und können ihre Bewegungen kaum verändern. Eine körperliche Herausforderung: „Aus den Tänzern werden dann Performancetiere.“ Von den anstrengenden Kreisbewegungen geht es zwar nicht hoch hinaus, dennoch gibt es im dritten Teil des Stücks Vogeltänze zu sehen.

Ein Vogel wäre Martin Nachbar übrigens auch selbst gerne mal. Oder ein Pferd. Spätestens nachdem das Ensemble während der Proben Reitstunden nahm, ist der Choreograph vom Pferdesport begeistert: „Für mich war es das erste Mal, das war toll.“ Im letzten Teil der „Animal Dances“ verwandelt sich die kleine Kompanie dann in eine Kuhherde. Dabei steht die Neugierde von Kühen im Vordergrund. Aber auch das Nichtstun, oder nur ganz wenig tun. Einfach auf der Bühne stehen und grasen. Hört sich seltsam an? Ist es aber nicht: „Wir lassen die Tierwelt in den Theaterraum rein. Denn für den Tänzer ist die Umwelt die Bühne.“

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