Tage populärer Literatur: Leichte Kost, schwer verdaulich

Belesen und bedacht: Denis Scheck | Foto: Günther Schwering

So wenig sich die die Welt mit schlichten Gegensatzpaaren (schwarz/weiß, gut/böse) erklären lässt, so schwierig ist eine eindeutige Definition der Populär- bzw. Unterhaltungsliteratur. Unter diesen Begriff werden zum Beispiel die Genres Krimi, Fantasy und Science-Fiction subsumiert, denen sich das Festival „Fantastisches Ruhrgebiet“ mit Lesungen (unter anderem mit Andreas Eschbach, Wolfgang Hohlbein und Verantwortlichen der Perry Rhodan-Reihe) und Fachvorträgen widmet.

Ein ambitioniertes Unterfangen, dem das von Organisator Hans Frey (ehemaliger Landtagsabgeordneter der SPD) verfasste Intro auf der Festival-Homepage allerdings wenig zur Ehre gereicht. Attackiert wird hier der „intellektuelle Mainstream“, der verkenne, dass „die populäre Literatur im Gegensatz zur sog. Hochliteratur auch tatsächlich millionenfach gelesen wird“ und „in Form von modernen Mythen das politisch-kulturelle Klima einer Gesellschaft oft deutlicher widerspiegelt als abgehobene Elaborate“.

Dergestalt zu polarisieren, dient der Sache herzlich wenig. Deutlich angemessener wäre es gewesen, die Unterhaltungslektüre in all ihren Ausprägungen als Bestandteil der Literaturgeschichte darzustellen. Es ist aber davon auszugehen, dass dies der Literaturkritiker Denis Scheck bei der Festivaleröffnung übernehmen wird.