Sister Act das Musical: Wenn Nonnen kommen

Im Interview: Zodwa Selele | Foto: Frank Stefan Kimmel

Am 3. Dezember feiert das Musical „Sister Act“ im Stage Metronom Theater in Oberhausen Premiere. Nachdem die Show 2009 in London uraufgeführt wurde und bereits in Hamburg, New York, Wien, Mailand, Stuttgart, Paris und zuletzt Scheveningen zu sehen war, ist nun Nordrhein-Westfalen an der Reihe. Wie in Hamburg und Stuttgart wird auch dieses Mal die Hauptrolle der „Deloris“ mit Zodwa Selele besetzt, die eigens von Co-Produzentin Whoopi Goldberg auserkoren wurde. coolibri sprach mit der 35-Jährigen über ihr Verhältnis zur Hollywood-Schauspielerin, Rituale und darüber, was für sie Heimat bedeutet.

Auf dem Audition-Video meinte Whoopi Goldberg, du hättest das „gewisse Etwas“. Hat sie dir auch erklärt, warum?

Sie fand mein – ich zitiere nur – „schauspielerisches Talent“ ganz toll, und dass ich unglaublich viel Humor habe. Sie hat sich schief gelacht und konnte sich kaum einkriegen. Was sie auch sagte, ist, dass ich „Spank“ habe. Aus ihrem Mund ist das natürlich ein Riesen-Kompliment.

Oberhausen wird neben Hamburg und Stuttgart die dritte Show, in der du die Deloris spielst. Wird es nicht langsam langweilig?

Nein. In Hamburg hatten wir zwei andere Songs, die es in der Form nicht mehr gibt. Einer ist komplett gestrichen worden, der andere ist neu. Bei weiteren ist die Melodie anders. Und die ganze Show wurde noch einmal neu interpretiert. Es ist ein anderes Buch.

Hast du ein Ritual, bevor du auf die Bühne gehst und singst?

Ich mache ein stimmliches und ein körperliches Training. Das mache ich jeden Abend vor der Show, immer dasselbe Warm-Up. Außerdem bete ich immer, kurz bevor es losgeht und lese in meiner kleinen Bibel. Das Beten und mein Glaube geben mir Kraft.

Beten kommt dem Thema des Musicals, den singenden Nonnen, schon sehr nahe. Gibt es Dinge in dem Stück, die für dich eine besondere Herausforderung waren?

Anfangs war es einfach die Menge an Zeit, die Deloris präsent ist. In der ersten Fassung war ich zu 95, jetzt bin ich zu 80 Prozent auf der Bühne. Eine Herausforderung war zum Beispiel zu überlegen: Wann kann ich trinken?

Gibt es Parallelen zwischen dir und deiner Showrolle?

Wir sind schon wirklich verschieden. Ich spiele eine Rolle und privat bin ich ich selbst. Aber ich habe ein Riesen-Herz, was ich in die Rolle einbringe. Das hat auch meine Deloris. Es gibt ja noch andere Kolleginnen, die den Part spielen und jede hat ihren eigenen Stempel. Meine ist sehr warm und herzlich. So bin ich auch privat.

Welche Eigenschaft müssen die Zuschauer mitbringen, wenn sie zu der Show kommen?

Definitiv Humor! Manchmal sind da schon ein paar Ausdrücke dabei, die ein bisschen speziell sind. Vor allem am Anfang der Show herrscht eine ganz andere Sprache, eher von der Straße. Aber wir hatten jetzt schon viele echte Nonnen zu Besuch – und die hatten immer Spaß!

Warum sollte man in das Musical gehen?

Die Show berührt und überrascht. Es wird ganz viel gelacht, geweint und geschmunzelt. Das sind auch die Reaktionen, die wir vom Publikum zurück bekommen.

Hast du konkrete Beispiele?

Ich bin in den letzten Jahren auf die unterschiedlichsten Menschen gestoßen, die ich in irgendeiner Form berührt habe. Ich erinnere mich an einen bestimmten Fall: Bei einer Frau sind die Schwester und die Mutter gestorben. Sie war über vierzig Mal in unserer Show, und es war das Einzige, was ihr Kraft gegeben hat und weshalb sie weiter machen konnte. Für mich ist das sehr bewegend.

Wie ist es denn, wenn man immer auf Tour ist? Was ist für dich Heimat?

Hamburg ist jetzt seit zehn Jahren mein Zuhause. Meine Eltern besuchen mich eher, als dass ich zu ihnen nach Oberfranken fahre. Ansonsten versuche ich so gut wie möglich meine Freundschaften zu pflegen. Ich habe einen engen Kontakt zu meiner Familie und eine Handvoll bester Freunde. Die sind meine Heimat. Zuhause kann überall sein.

Mehr zu Sister Act in Oberhausen

Ab 5.12. Stage Metronom Theater, Oberhausen

Das Musical Sister Act kommt ins Ruhrgebiet

Anfang Dezember startet das Musical „Sister Act“ im Metronom Theater am Centro in Oberhausen. Die Hauptrolle wird, wie bereits in den Vorstellungen in Hamburg und Stuttgart, Zodwa Selele übernehmen. Dafür bekam Selele einst sogar den persönlichen Segen von Hollywood Star Whoopy Goldberg, die 1992 die Rolle in der Vorlage zum Musical, dem Kinofilm Blockbuster „Sister Act“ gespielt hat. Whoopy sagt [mehr...]