Polnisches Institut Düsseldorf. Ein Stück Osten im Westen

Arbeit von Dorota Podlaska

Als das Polnische Institut 1993 das zweigeschossige Patrizierhaus auf der landeshauptstädtischen Citadellstraße bezog, fanden sie dieses in einem Top-Zustand vor. Ihre Landsleute von den Krakauer Werkstätten für Denkmalpflege hatten zuvor bei der Sanierung ganze Arbeit geleistet!

Kurz nach dem Zusammenbruch des Ostblocks, zu dem sich die Polen ohnehin nie wirklich zugehörig gefühlt hatten, wusste man hierzulande wenig über den östlichen Nachbarn – außer, dass man jenseits der Grenze billige Zigaretten und ebensolchen Alkohol erwerben konnte. Bis heute hat sich an dieser Unkenntnis wenig geändert. Gut, viele Deutsche waren mittlerweile mal in Masuren, kennen Danzig und das zauberhafte Krakau. Wer aber sind die Dichter, die das Land prägen? Welche zeitgenössischen Künstler sorgen für Furore? Wer beeindruckt die Polen außer dem deutschen Exportschlager Steffen Möller?

Diesen Fragen spüren die Damen und Herren des instytut polski seit nunmehr zwanzig Jahren nach und beglücken mit ihrem Programm sowohl die polnische Community als auch aufgeschlossene nicht-polnische Kulturinteressierte. Zum Zwanzigjährigen hat man nun gemeinsam mit Kooperationspartnern von Schauspielhaus bis Heine-Institut, von Open Source Festival bis zur Deutschen Oper am Rhein ein schickes Jubiläumsprogramm auf die Beine gestellt. In dessen Rahmen bringt am 9.11. Sølyst aka Thomas Klein ein Geburtstagsständchen. Für die optische Untermalung des Abends sorgt kein Geringerer als Visuals-Fachmann Dino Korati.

Bereits am Tag zuvor wird die Ausstellung „Frohes Fest“ eröffnet, in der sich drei polnische Künstler sehr unterschiedlich mit dem Thema Religion auseinandersetzen. Dorota Podlaska, die Dank eines Stipendiums ein Jahr in der Landeshauptstadt verbrachte, steuert eine Reihe von Zeichnungen bei, die zeigen, wie nicht-christliche Stadtbewohner die Weihnachtszeit verbringen. Werke von Monika Drożyńska, Elżbieta Jabłońska und Mirosław Maszlanko komplettieren die Ausstellung, die bis Januar kommenden Jahres an der Citadellstraße verweilt. Religion spielt auch in Michel Bergmanns „Herr Klee und Herr Feld“ eine entscheidende Rolle. In dem Buch erzählt der Autor die Geschichte zweier jüdischer Brüder, die eine Dame aus Palästina als Haushälterin engagieren. Die Folgen sind am 20.11. zu erleben.

An den Rand der Galaxie können Zuschauer zwischen dem 22. und 24.11. reisen, wenn die Gruppe vorschlag:hammer auf den Spuren des polnischen Science Fiction-Autors Stanislaw Lem wandelt. Eigens zum 20. Geburtstag des Polnischen Instituts schuf das Regiekollektiv einen Parcours durch die verschiedenen Räume des Hauses, die mittels Geschichten, Video- und Soundinstallationen zu einer Bühne für Weltraumabenteurer werden. In diesem Sinne: Happy Birthday, intytut polski! Und: dziękuję.

Polnisches Institut Düsseldorf
Citadellstr. 7

40213 Düsseldorf