Stinkstiefel mit guten Vorsätzen

Wäre lieber im Bett geblieben, Matthias E.

Normalerweise ist Matthias Egersdörfer ein fieser Zeitgenosse. Der Franke echauffiert sich gerne wegen Kleinigkeiten, wird laut, ausfallend und rudert dabei wie wild mit den Armen. Er regt sich auf, das ist sein Ding. 

Im Spätherbst 2012 ist die Lage etwas anders. Der mit Kabarett-Preisen überhäufte Miesepeter hat ein Problem. Nach einem durchzechten Wochenende verzieht sich der Nebel, und was bleibt sind Kopfschmerzen und der Wunsch, seinem Leben ein schnelles Ende zu bereiten. Das geht aber leider nicht, denn Egersdörfer muss eine Ankündigung für sein neues Programm schreiben. Jenes Programm, das noch gar nicht existiert. Für ihn steht lediglich fest, dass es toll wird. Immerhin verheißt der Titel „Ich mein`s doch nur gut“ löbliche Intentionen. In der Regel lachen die Leute sowieso, wenn die wandelnde Charakter-Ruine seine traurigen oder wütenden Geschichten erzählt. Oder wenn Egersdörfer Theater spielt oder versucht zu singen.

Ob Thunfisch oder Rauchverbot, Politiker oder seine alte Lehrerin – der selbsternannte Wutbürger ist normalerweise um keinen Anlass verlegen, so richtig vom Leder zu ziehen. 

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