Le Nozze di Figaro: Ein zeitloser Mozart

Regisseur Peter Hailer | Foto: Musiktheater im Revier

Es ist die Perle unter den Verwechslungskomödien in der Opernwelt und ein Glanzstück des musikalischen Rokoko-Lustspiels: Mozarts „Le Nozze di Figaro“. Alles dreht sich um den Grafen Almaviva, der mit der Zofe Susanna anbändeln will, die aber von seinem Diener Figaro begehrt wird, der aber selbst schon Marcellina als Ehemann versprochen ist, wäre da nicht Gräfin Rosina, die durch eine simulierte Affäre mit ihrem Pagen Cherubino ihren Ehemann zurück gewinnen möchte. Ist doch ganz einfach! Doch hinter all dem Spaß an Eifersuchtsspielchen steckt die deutliche Kritik am feudalen Adelsstand. Auf den Straßen rebellierten bereits die ersten Bürger. Dies ist dem damaligen Publikum natürlich nicht entgangen, neben Begeisterungsstürmen wird auch von wütendem Adel bei der Wiener Uraufführung 1786 berichtet. Regisseur Peter Hailer versucht keine Modernisierung, sondern er lässt seinen „Figaro“ in einem zeitlosen Bühnenbild (das Innere eines Schlosses) in zeitgemäßen Kostümen spielen. Einzige Relikte aus der Mozartzeit sind die Perücken, die sich auf den Köpfen der Sänger hoch auftürmen. Im Zentrum steht die Geschichte und natürlich die Musik, für die Valtteri Rauhalammi verantwortlich ist.

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