Matthias Danberg: Daheim im Digitalen

Matthias Danberg: s.c.a., Animation, 2012

Der Künstler lebt nicht im luftleeren Raum, ist stets auch vom Zeitgeist beeinflusst. Der findet zwangsläufig Eingang in seine Arbeiten. In der Industrialisierung beispielsweise hielt das Technische Einzug in die Kunst, weniger im illustrativen Sinne allerdings, als in der Wirkung auf die Wahrnehmung, auf die Kultur, auf das Konzept vom Menschen. Das Hier und Jetzt ist geprägt durch das Digitale, das unser Leben in den vergangenen Jahren extrem verändert hat. Der Künstler Matthias Danberg erklärt folgerichtig den Computer zum primären Medium seiner künstlerischen Arbeit. Der gebürtige Düsseldorfer bewegt sich ausschließlich im Bereich der Virtualität. Die landeshauptstädtische Galerie Voss widmet dem Künstler, der in diesem Jahr den Förderpreis der Stadt Düsseldorf erhält, derzeit seine erste Einzelausstellung. Titel: „Inventory by Appropriation“.

Die Danbergschen Werke basieren auf einer narrativen, metaphorischen Bildsprache. Seine künstlerische Strategie changiert zwischen der kalten Simulationsästhetik des Virtuellen und der subjektiv-individuellen Gestaltungskraft eines tendenziell anachronistischen und damit widerständigen Künstlerverständnisses. Seine Videoarbeit „s.c.a.“ besteht beispielsweise aus drei zunächst zusammenhanglosen Szenen, die unterschiedliche kulturelle Etappen visualisieren – das Sakrale, die industrielle Entwicklung und die Verheißungen der technischen Moderne. Aber auch Danbergs andere Arbeiten sind an der mythischen Progression des Kulturellen orientiert, sie beinhalten eine Form des Mythos, in dem durch das digitale Instrument, das Pathetische und Raumlose unserer Zeit eine Form findet.

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