Luxusprobleme: Meredith Haaf ließt

„heult doch“-Autorin Meredith Haaf

Du bist zwischen 20 und 30 Jahre alt, hast ein gutes Abitur oder einen Studienabschluss in der Tasche und schwimmst scheinbar in einem Meer von Möglichkeiten. Welchen Weg ergreifen? Lohnt es sich, für den gut bezahlten Job zu kämpfen – oder bietet das lebenslange Praktikum vielleicht doch die größere individuelle Freiheit? Die Münchener Journalistin Meredith Haaf, Jahrgang 1983, hat ein Buch über ihre eigene Generation geschrieben: „heult doch – Über eine Generation und ihre Luxusprobleme“ lautet sein spöttischer Titel. Mithilfe von Jugendstudien, Interviews mit Soziologen und Politikwissenschaftlern und dem intellektuellen Überbau von Foucault und Deleuze analysiert sie die Apathie und den Pragmatismus ihrer Generation. „Wer 30 ist oder jünger, der hört seine Zukunftsmusik als einen schreckensvollen Dreiklang aus Energiekrise, Klimawandel und Massenarbeitslosigkeit“, sagt die Autorin, die 2008 mit dem Feminismusbuch „Wir Alphamädchen“ bekannt wurde. Trotzdem begehre niemand wirklich auf. „heult doch“ ist auch eine Aufforderung, Haltung zu beziehen, sich einzumischen. In der bis Ende November laufenden Reihe „Café Schlaflos“ des Literaturbüros Ruhr liest Meredith Haaf und spricht mit Einslive-Moderatorin Anja Backhaus.