Kulturliste Düsseldorf: Kulturelle Teilhabe für alle

Sei dabei! Kulturliste Düsseldorf | Foto: Kulturliste Düsseldorf

Die Stadt Düsseldorf hat ein breit gefächertes Kulturangebot zu bieten, keine Frage. Allein auch in der vergleichsweise „reichen“ Landeshauptstadt leben mittlerweile viele Menschen, die sich die Eintrittspreise für Konzerte, Theater oder Ausstellungen nicht leisten können. Die Lesung von Axel Hacke im Oktober im zakk ist ein gutes Beispiel. Sie schlägt mit satten 17 Euro (Abendkasse) zu Buche. Eine Summe, mit der ein sozial Schwacher im Zweifelsfall mehrere Tage über die Runden kommen muss. Die Folge: Die besagte Schicht kann einen Großteil der kulturellen Angebote nicht nutzen und bleibt somit von einem Teil des sozialen Lebens ausgeschlossen.

Genau dem möchte die Kulturliste Düsseldorf entgegen wirken. Der gemeinnützige Verein wurde im Herbst vergangenen Jahres gegründet und ist Teil der bundesweiten Bewegung der „Kulturlogen“. Letztere fördern kulturelle Teilhabe und den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft. Die Kulturliste Düsseldorf zählt derzeit bereits sieben Kultureinrichtungen zu ihren Partnern. zakk, tanzhaus nrw, Black Box, KIT, Kunsthalle, Theater Flin und das düsseldorf festival! stellen Restkarten, von denen absehbar ist, dass sie nicht verkauft werden, kostenlos zur Verfügung. Über ehrenamtliche Mitarbeiter werden diese Tickets dann an finanzschwache Interessenten vermittelt.

Rund siebzig Personen (Stand August 2013) sind bei der Kulturliste Düsseldorf registriert. Eine von ihnen ist Heidi Hepp, die seit Juli dieses Jahres das Angebot in Anspruch nimmt. Die Arbeit der Kulturliste sei ein großes Geschenk, sagt Hepp, „denn ein Besuch im Kino oder Theater ist das erste, auf das man bei finanziellen Einschränkungen verzichtet.“ Nun aber ist der Verzicht ja glücklicherweise Vergangenheit. Das Problem einer abwechslungsreichen Abendgestaltung ist Hepp schon mal los. Und auch die beteiligten Kulturpartner profitieren von ihrem Engagement – und das nicht nur imagemäßig. Bei ihnen bleiben in Zukunft weniger Plätze leer.

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