Fatih macht das schon

Wenn es darum geht, die Person Fatih Çevikkollu zu beschreiben, fallen einem zunächst spontan die Begriffe Comedy oder Kabarett. Heißt, es gibt was zu lachen. Dabei greift Çevikkollu in seinem neue Programm „FatihTag“ Themen auf, deren perfide Doppelmoral von ach so ernsten Politikern und Konzernführungen nur allzu gerne unauffällig beiseite gelächelt wird. „Wir sind eine Gemeinschaft, die seit Jahrzehnten den Frieden lebt und die größten Rüstungsindustrien in ihren Reihen zählt.“ Beherzt und leichtfüßig tanzt das ehemalige Ensemblemitglied des Düsseldorfer Schauspielhaus durch die Alltagssorgen einer Republik, die sich irgendwie nie so recht entscheiden kann, ob es ihr noch gut oder schon schlecht geht. „Die einen haben multiple Orgasmen, die anderen multiple Identitäten. Einige Glückliche beides.“ Vielleicht sollten sich alle eh mal ein Beispiel an Çevikkollu nehmen, der, wenn auch er einmal nicht mehr weiter weiß, sich an an Sprichwort seines Vaters erinnert: „Man soll nicht die Hosen hochkrempeln, bevor man das Meer sieht.“