Ein Gespräch mit Helge Schneider

Seine Sommertour „With Love In My Fingers“ ist erfolgreich zu Ende gegangen. Sein Album „Sommer, Sonne, Kaktus“ hat die Spitze der Charts erklommen. Sein Film „00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“ kommt am 10. Oktober ins Kino. Eigentlich könnte sich Helge Schneider gemütlich zurücklehnen. Doch stattdessen trifft er sich mit Dirk Krogull zur Mittagszeit im Mülheimer Hotel Handelshof.

Schnell noch ein Süppchen zur Stärkung gefuttert, wird auch schon Bilanz gezogen: „Ich hab' während der Tour eine neue Band gegründet. Die Dorfschönheiten.“ Die Truppe hat auch schon auf dem Zeltfestival in Bochum gespielt. Wo es Probleme mit der Beschallung durch Tony Mono aus dem Nachbarzelt gab. „Ja, das ging nicht, da musste ich die Sache erst mal klären. Die haben die Bässe zwar leiser gemacht, aber man hat’s immer noch gehört. Nächstes Jahr trete ich da nicht mehr auf. Ich trete da nie mehr auf!“

Nachtigall, huh (Es zittert unser Haus, was ist nur draußen los?)“

Die CD enthielt schon ein paar Songs aus dem Film. „Aber nur Filmmusik war mir zu wenig, da hab' ich noch so Standards aufgenommen wie ,Mister Bojangles’. Und dann noch eigene Songs: zum Beispiel mein Lieblingslied ,Nachtigall, huh (Es zittert unser Haus, was ist nur draußen los?)’!“

Geldmangel hat Tradition“

Ist der Film denn genauso geworden wie geplant? „Erst wollte ich einen Western drehen und den Doc Snyder wieder aufleben lassen. In Spanien. Da merkte ich schon, wie die Produktionsfirma immer so zuckte, weil das teurer geworden wäre. Also: Wenn kreative Prozesse umgestaltet werden, liegt’s oft an Geldmangel!“ Die Zusammenarbeit mit dem Senator-Filmverleih hat aber Tradition. „Geldmangel hat auch Tradition. Bei mir auf jeden Fall.“

Ich bin Experimentalfilmer“

Wenn im Film der verloren gegangene Pomeranian Spitz (der dem Helge natürlich selber gehört), schwupps, wieder auftaucht, ist das trotz Geldmangels ein toller Effekt. „Da hat ja vorher ein Erdbeben stattgefunden. Und nach einem Erdbeben kann’s zu einer Zeitverschiebung kommen. Das heißt, die Stelle, wo der Hund auf den Briefkasten springt, sieht man nicht. Dass das von unserer Kamera eingefangen werden konnte, war für uns ein großes Erlebnis! Die Leute denken sowieso, das war bloß ein Stopptrick. Heute können die mit ihren Special Effects ja alles realistisch darstellen. Allein der Film mit Johnny Depp: ,Lone Ranger’. Unheimlich viele Special Effects. Dagegen lob ich mir doch meinen alten Godzilla. Und aus Papier ausgeschnittene Papierdrachen, vor denen die Leute schreiend aus dem Kino rennen.“ Bei deinem ersten Film „Johnny Flash“ führte der Experimentalfilmer Werner Nekes Regie. Würdest du dich auch als Experimentalfilmer bezeichnen? „Ja“.

Digital sah scheiße aus“

Hattest du mal überlegt, digital statt auf 16 mm zu drehen? „Wir haben’s ausprobiert. Digital sah scheiße aus. Sah so aus wie Fernsehen.“ Wenn im Film der Kommissar erst einen Popograbscher und dann ein Vollspucker und Zigarettendieb namens Jean-Claude Pillemann jagt, irgendwann ein Gorilla ausbricht („täuschend echt!“) und es in einer Arztpraxis zu hemmungslosen Szenen kommt („Das war in meinen Filmen ja noch nie so extrem. Ist ja praktisch ein Sexfilm geworden. Ein erotisches Statement!“), dann laufen natürlich viele Handlungen nebeneinander her. „So ist das Leben eben. Grade als Kriminalhauptkommissar, so wie ich das lange Zeit war, musst du ständig Sachen machen, die mit dem Fall nichts zu tun haben. Ich bin ja nicht ohne Grund aus dem Polizeidienst ausgeschieden.“

Mehr zu Helge Schneider

VÖ: 8.8. We Love Music/Universal

Helge Schneider: SOMMER, SONNE, KAKTUS

Neulich war Helge als Talkgast bei Markus Lanz zu Gast, wo er Klartext zur Steueraffäre von Uli Hoeneß sprach. „Er war naiv“, urteilte Helge über den Bayern-Präsidenten, ohne dabei schulmeisterlich zu wirken. Er wirkt genauso leicht beswingt, heiter und ernst wie auf seinem neuen Album, das der Mülheimer komplett allein in Spanien eingespielt hat. Hier finden sich Evergreens wie „Mr. Bojangles“ [mehr...]


20.10. WDR Fernsehen

The Return of Helge Schneider

Nach einer längeren Auszeit meldet sich Helge Schneider am Samstag nicht nur mit einer eigenen Fernsehshow zurück, sondern bald auch mit einem neuen Kinofilm. Eigentlich begann die Karriere von Helge Schneider im Kino und auf dem TV-Bildschirm. Von 1985 bis 1991 war er als Co-Moderator der Off-Show im WDR neben Reinhold Beckmann und Evi Seibert zu sehen. 1987 dann auf der großen Leinwand; als [mehr...]


Helge geht

Die TV-Show "Helge hat Zeit" wird nach nur zweimaliger Ausstrahlung wieder eingestellt. Querkopf Helge Schneider fehlt beim Fernsehen einfach die Spontanität und die direkte Interaktion mit dem Publikum: „Ich hab's versucht. Es hat mir Spaß gemacht. Aber es ist nicht mein Ding. Ich gehöre auf die Bühne." (wdr.de) Schneiders Fans können sich dennoch freuen: Zwar ist der Mülheimer weg von der [mehr...]


Kommentar hinzufügen

* Pflichtfeld


Sommer, Sonne, Kaktus im Stream