Auf Auto- folgt Denkfabrik

Da geht’s lang, Gustav | Foto: Hoermanseder

Mit der für Ende 2014 avisierten Schließung des Opel-Werks steht Bochum vor einer wirtschaftlichen Zäsur. Die Stadt muss sich folglich neu definieren, sich auf der Suche nach der verlorenen Zukunft auf andere Stärken besinnen und neue Perspektiven entwickeln. Einen Schritt in diese Richtung unternimmt das von Urbane Künste Ruhr und dem örtlichen Schauspielhaus initiierte Kunstfestival „This is not Detroit“.

Die „Motown“ Detroit ist bankrott. Die legendäre und bereits vor einigen Jahren zur Geisterstadt mutierte Hochburg der amerikanischen Automobilindustrie meldete im Juli Insolvenz an. Einen derartigen Kollaps wird man in Bochum sicherlich zu verhindern wissen; der Rest steht allerdings in den Sternen, und so recht weiß niemand diese Nachrichten aus dem All zu deuten.

Drum legt das mehrmonatige internationale Kunstfestival „This is not Detroit“ das künstlerische Teleskop an und lädt Akteure aus den Opel-Städten Zaragoza (Spanien), Ellesmere Port (Großbritannien), Gliwice (Polen) und Bochum ein, sich mit den veränderten Vorzeichen für Arbeit, Stadt und Kunst auseinanderzusetzen.

Zwar erlebt das Festival erst im März nächsten Jahres seine heiße Phase, zelebriert aber schon jetzt sein Eröffnungswochenende: Den Auftakt macht ein Bankett mit internationalen Gästen im Schauspielhaus, gefolgt von einem ganztägigen Symposium, zu dessen Gästen auch Tyree Guyton gehört, der seit 27 Jahren einen verlassenen Straßenzug in Detroit in einen kunterbunten Erlebnispark („Heidelberg Project“) verwandelt. Den Abschluss bildet ein groß angelegtes Fest in der Fußgängerzone (12.10. Eintritt frei), das unter dem (nicht mehr ganz neuen) Motto „think global, act local“ steht und zu dem die Theorie- und Praxisgemeinschaft Dr. Fahimi, die Fräulein Wunder AG, lunatiks produktion, Maiden Monsters, Mobile Albania, Studio Umschichten und Sebastian 23 erwartet werden. Den abendlichen Kehraus in den Kammerspielen übernimmt die Österreicherin Eva Jantschitsch mit ihrem elektropoppigen Musikprojekt Gustav.

Inwiefern hilft das den von Existenzsorgen geplagten Opelanern nun aufs Pferd? Erst mal gar nicht, denn, wie es Virgilio Pelayo jr., Pressesprecher von Urbane Künste Ruhr, formuliert „Wir liefern keine Patentlösung, wir geben Denkanstöße für die Zukunft“.

coolibri verlost 5 x 2 Karten für das Konzert von Gustav (12.10.) auf coolibri.de

10.-12.10. verschiedene Orte, Bochum

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