Akram Khan Company: Um sein Leben tanzen

| Foto: J. Louis Fernandez

Im Jahr 2000 gründete Akram Khan, britischer Tänzer und Choreograf mit indischen Wurzeln, die nach ihm benannte Akram Khan Company. Seine Solo- und Ensemblestücke finden seitdem internationale Beachtung. 2012 zeichnete er mitverantwortlich für die Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele. Schon seit vielen Jahren präsentiert das Düsseldorfer tanzhaus nrw als Koproduzent regelmäßig seine vom indischen Kathak ebenso wie Zeitgenössischem beeinflussten Stücke, darunter „zero degrees“, „bahok“ oder „Kaash“. Im Rahmen der Reihe „back to the future – 35 Jahre tanzhaus nrw“ wird im Oktober mit „iTMOi (in the mind of igor)“ Khans jüngste Produktion in Düsseldorf gezeigt.

Vor einhundert Jahren wurde Igor Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ uraufgeführt. Vaslav Nijinsky choreografierte das „Frühlingsopfer“, in dem sich eine Frau zu Tode tanzt. Mit „iTMOi“ erforscht Khan „in the mind of igor“ die Prinzipien Strawinskys, der mit dieser rhythmisch orientierten Arbeit fürs Ballett Musik neu definierte – und das damalige Publikum schockierte. Dabei nutzt Khan nur einen 30-sekündigen Auszug aus dem originalen „Sacre“, das moderne Klänge bis ins Heute nachhaltig inspirierte.

Die renommierten Komponisten Ben Frost, Nitin Sawhney und Jocelyn Pook schufen den eigentlichen Soundtrack zu diesem Stück, in dem elf herausragende Tänzer in spektakulären Bildern und sensationellen Kostümen von Kimie Nakano Rituale des Opferns nachvollziehen. Kammerspielartige Konstellationen wechseln sich ab mit hochdynamischen Ensemble-Choreografien und beschreiben das Werden und Vergehen ebenso wie das allgegenwärtige Wechselspiel aus Liebe und Gewalt, den ewigen Grenzgang zwischen Täter- und Opferrolle. In der tänzerisch definierten Zone zwischen Leben und Tod wird die Essenz unseres menschlichen Seins verhandelt. Und auf der Bühne offenbart sich ein packender, poetisch inszenierter Albtraum, der nicht erst mit der biblischen Geschichte von Abraham und der von Gott geforderten Opferung seines Sohnes Isaak begonnen hat.

Mehr Theater & Tanz

Konzert, Kultur, Theater & Tanz, Stadtgespräch, Festival 2014

Asphalt Festival: Wenn die große Ku...

Das Asphalt Festival findet statt, „wenn die große Kultur Pause macht“. [mehr...]
8.–17.8. versch. Locations, Düsseldorf
Kultur, Theater & Tanz

Pottfiction: Kunst rettet die Welt

Nicht viele Projekte haben das Kulturhauptstadtjahr überlebt, eines [mehr...]
11.–17.8. Big Tipi, Dortmund
Konzert, Kultur, Theater & Tanz

Micro!Festival: Großbaustelle mit M...

Spinnen die jetzt völlig? Die können doch nicht Samstagabend um zehn [mehr...]
15.-17.8. Friedensplatz, Dortmund