Uni ABC: Tipps zum Semesterstart im Ruhrgebiet

Campus Essen | Foto: Martin Nigl / Uni Duisburg-Essen

Das Ruhrgebiet als Lern-Spielwiese

Nirgendwo anders in Europa stehen die Unis und Fachhochschulen so dicht gedrängt wie hier: 21 Orte bieten insgesamt 600 Studiengänge an. Aber egal, ob man aus Bochum oder aus dem Schwarzwald kommt – aller Anfang ist schwer, und das System Uni will erst einmal entschlüsselt werden. Inga Pöting hat deshalb ein Uni-ABC für angehende Ruhr-Studierende zusammengestellt.

Ausflüge

Wer neu ins Ruhrgebiet zieht, für den ist der Besuch eines Stücks Industriekultur ein Muss. Alte Zechengelände, Industriedenkmäler und Museen gibt es in allen Pott-Städten, auch Einheimische können noch viel Neues entdecken. Ausflüge lohnen sich ins Ruhrmuseum auf Zeche Zollverein (Essen), zum Gasometer Oberhausen (noch bis zum 30.12. ist dort Christos Big Air Package zu sehen) oder in den Landschaftspark Duisburg-Nord. Einen schönen Ausblick über die ganze Region hat man zum Beispiel vom Förderturm des Bochumer Bergbaumuseums. Weitere Ausflügstipps findet ihr auf den coolibri-Städteseiten.

Beratung 

Im Wust der undurchsichtigen Einrichtungen an den Unis gibt es einige Anlaufstellen, die Gold wert sind: Allen voran die Fachschaftsräte (Studierendenvertretungen der einzelnen Fächer), wo man sich jederzeit Tipps von älteren Studierenden holen kann. Auch die Studentenwerke und die AstAs bieten viele Beratungsangebote, einfach auf den Uni-Homepages unter der „A bis Z“-Funktion suchen, anklicken und stöbern. Für allgemeine Fragen vor Ort sind die Studierendensekretariate (Uni-Verwaltung) gute Ansprechpartner, an den Info-Points sitzen häufig studentische Mitarbeiter.

Freizeit 

Nicht nur zu Semesterbeginn steigen an den Unis zahlreiche Partys und Ersti-Aktionen, auch im laufenden Semester gibt es viele günstige Angebote rund um den Campus. An den Hochschulen werden Sport-Kurse angeboten, in Bochum und Essen laden die botanischen Gärten zum Spazierengehen und Verweilen ein. In den studentischen Uni-Kinos laufen aktuelle Filme und Klassiker. Geheimtipp für Bochum: Die AstA-Tanzkurse sind sehr gut und unschlagbar günstig.

Gastronomie & Party

Im Bochumer Kneipenviertel Bermudadreieck ist montags Studententag: An 17 Orten gibt es Ermäßigungen auf Essen und Getränke. Gleich dahinter locken das "Freibad" und die "Goldkante" ins Bochumer Szene-Viertel Ehrenfeld. Vegetarier und Veganer sollten mal im blondies vorbeischauen, hier gibt es neben der veganen Currywurst und Burgern, Bio-Bier & Co. Gefeiert wird in Bochum im  Riff, der Rotunde oder im Untergrund in der Innenstadt. Etwas weiter draußen, in der Zeche Bochum wird ebenfalls gefeiert oder Konzerten gefröhnt. Auf dem Campus selbst bietet das Kulturcafe wechselnde Angebote von Rudelgucken bis Fachschaftsparty.
Das Essener Equvivalent dazu heißt KKC. Ein kühles Bierchen genießen Essener Studierende außerdem im Panic Room oder in der Temple-Bar. Szenig wirds im Essener Süden mit Goldbar und Co, szenig-schick in Rüttenscheid. Fans von elektronische Musik kommen besonders gut im Hotel Shanghai oder im Goethebunker auf ihre Kosten.
In Dortmund feiert man mit Rockmusik und günstigem Bier vom Fass in der Disko Spirit. Wechselnde Partyreihen und gute Konzerte erwarten einem außerdem im FZW, in der Nähe des Hauptbahnhofs. Nächtlichen Hunger stillt man beim Kartoffellord (vegetarisch/vegan) oder mit Agyptischen Sandwiches (vegetarisch oder fleischig) beides in der Brückstraße.
Der beste Anlaufpunkt für Duisburger Studierende ist das Dellviertel, hier finden sich viele besuchenswerte Cafés, Kneipen und ein Programmkino. Ebenfalls empfehlenswert: Der Finkenkrug mit über 220 verschiedenen Biersorten.

Jobs

Wer sich nach den ersten paar Wochen von Semestereinstiegs-Partys und dem Schock über den irgendwie ziemlich vollen Erstsemester-Stundenplan erholt hat und auf Job-Suche geht, wird auf den zentralen Stellenmärkten der Uni-Homepages fündig. Viele Jobs gibt es direkt an der Uni, aber auch Unternehmen von außerhalb nutzen die Hochschulen für Stellenausschreibungen. Wer merkt, dass ihm sein Fach und wissenschaftliches Arbeiten besonderen Spaß macht, sollte sich nicht scheuen, sich für eine Studentische Hilfskraftstelle zu bewerben. Die bieten sichere und faire Bezahlung, gute Arbeitszeiten und vor allem wertvolle Einblicke in den Universitätsalltag und das eigene Fachgebiet. Über Jobs in der Gastronomie informiert regelmäßig die Internetseite des Bochumer Bermudadreiecks oder man fragt gleich vor Ort nach.

Kalender

Die wichtigsten Wochen im Partykalender sind der Semesterbeginn* und die Sommermonate. Nehmt zu Anfang unbedingt sämtliche Ersti-Aktionen mit (zum Beispiel Kneipentouren mit der Fachschaft, Ersti-Fahrten und Tutorien)! – denn es wird nie wieder so einfach, ähnlich orientierungslose Mitstreiter kennenzulernen. 

Ein Muss für jeden Ruhrstudenten ist zudem mindestens eins, wenn nicht alle sommerlichen Musik- und Kulturfestivals: darunter Bochum Total, Essen Original, das Juicy Beats Festival (Dortmund) und die Extraschicht (gesamtes Ruhrgebiet). Check den Kalender auf coolibri.de!

*(Semestereinstiegspartys: 10.10. Grammatikoff, Duisburg, 15.10. Zeche, Bochum; 18.10. KKC, Essen)

Leute

Das Ruhrgebiet ist die Hochburg der Pendler. In der einen Stadt wohnen, in der zweiten studieren und in der dritten arbeiten ist für viele Studenten absolut normal. Weil nicht immer alle neuen Bekanntschaften in unmittelbarer Reichweite wohnen, ist der neue Ruhrstudent gut beraten, auf den Zug der Pendler aufzuspringen, den MP3-Player vollzupacken und sich an nächtliche S-Bahnfahrten durchs Revier zu gewöhnen. Ist gar nicht so schwierig, und im Zug macht man manchmal die besten Bekanntschaften.

No-Gos

Wortwitze über die Namen der Ruhrgebietsstädte oder das endose Wiederkäuen gängiger Ruhri-Klischees gehen gar nicht. Outet euch direkt als zugezogen und kommt bei Lokalpatrioten nie gut an. Das unansehnliche Erscheinungsbild gewisser Uni- und Innenstadtgebäude ist ebenfalls ein überholtes Thema, stattdessen gibt es viele grüne Orte und unzählige Kulturangebote in den Ruhr-Städten, die es zu entdecken und lieben lernen lohnt. Lasst euch überraschen oder entdeckt als alte Ruhris Kindheitsorte neu!

Orientierung

Gut zu wissen: Dass ihr euch an der neuen Uni auskennt, setzt erst mal niemand voraus. Die Gebäude- und Raumsystematik der Hochschulen zu durchblicken, dauert seine Zeit. Es liegt nicht an euch, wenn ihr eine Viertelstunde zu spät zur Vorlesung kommt, weil ihr eine weitere Treppe erwartet habt, wo keine ist oder ihr euch in menschenleeren Gängen wiederfindet, obwohl der Seminarraum doch genau hier sein sollte. Lösung: Lageplan immer dabei haben und ansonsten beherzt durchfragen! Jeder kennt eure anfängliche Orientierungslosigkeit aus eigener Erfahrung und wird euch freundlich weiterhelfen.

Wohnen

Zu Semesterbeginn eine Wohnung zu suchen, kann anstrengend sein. Im Ruhrgebiet steht es um Auswahl und Mietpreise aber vergleichsweise gut. Wer bisher noch nichts gefunden hat, erst mal nur zur Zwischenmiete wohnt oder Hotel Mama in einigen Wochen verlassen will, kann sich hier umsehen: wg-gesucht.destwdo.de (Dortmund), akafoe.de (Bochum), studentenwerk.essen-duisburg.de oder wohngemeischaft.de. Zu den besonders schönen Wohnheimen gehören das Bochumer Studidorf und die „Brücke“ in Essen. Gerade bei den gefragten Wohnheimen muss man mit Wartezeiten rechnen. Wer sich zu zweit oder dritt zusammentun mag: Geeignete WG-Wohnungen findet man im Ruhrgebiet zuhauf, viele Wohnungsbaugesellschaften geben außerdem Studentenermäßigungen.

Studieren in Bochum

Flatrate-Theater am Schauspielhaus Bochum: RUB-Studenten zahlen nix!

All you can see! Ab 1. Oktober 2013 dürfen 42.000 Studenten der Ruhr-Uni kostenlos ins Theater. Frei nach dem Motto ‚Flatrate-Schauen statt Flatrate-Saufen oder: Wie es Euch gefällt’ haben Intendant Anselm Weber und AStA-Vorsitzender Tim Köhler einen bundesweit einzigartigen Deal vereinbart: Für 1 Euro ist jeder eingeschriebene Studierende berechtigt, die 3 Bühnen des Schauspielhauses so oft zu [mehr...]


18.12. 16 Uhr, Rotunde, Bochum

Facebook und andere Banalitäten: Geert Lovink bei #WishYouWhereHere

Es ist ein regelrechtes Abkotzen. Sobald das Thema Facebook aufkommt wird gelästert was das Zeug hält: Zeitfresser, Datendieb und überhaupt, warum müssen sich alle in meinem Newsfeed prostituieren? Trotzdem gibt es kaum jemanden, der nicht in dem weltweiten Nr.1 Netzwerk zu finden ist. Ohne scheint es also auch nicht zu gehen, oder? Geert Lovink, einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet [mehr...]