Massiv: Gebirgsausstellung im Gasometer

Atmosphärische Bergwelten ab März 2018 im Gasometer | Foto: Ralf Gantzorn

Der Gasometer in Oberhausen beherbergt ab dem 16. März 2018 Wuchtiges: Die neue Ausstellung „der Berg ruft“ zeigt nämlich nicht nur atemberaubende Naturaufnahmen, sondern verfrachtet gleich das ganze Matterhorn in den ehemaligen Gas-Speicher.


Mit den Worten „Ab März wollen wir hier Berge versetzen“, kündigte Geschäftsführerin Jeanette Schmitz die neue Ausstellung im Gasometer an. Gemeinsam mit den Kuratoren Peter Pachnicke und Nils Sparwasser stellte sie das Konzept am Mittwoch (27.9.) vor. Das Thema Berge wird dabei aus drei Perspektiven beleuchtet: Aus Sicht von Bergsteigern, religiösen Anhängern und Naturforschern. Den Titel „der Berg ruft“ haben die Organisatoren nicht ohne Grund gewählt. Der gleichnamige Spielfilm von Luis Trenker aus dem Jahr 1938 handelt von der Erstbesteigung des Matterhorns. Und mit den Erstbesteigungen der höchsten Gipfel dieser Erde beginnt auch die Ausstellung. Anhand von Fotos und Filmsequenzen werden die Triumphe und Niederlagen der Pioniere nachgezeichnet, die mutig den Gefahren trotzten, das Ziel Bergspitze immer vor Augen.

Heilige Berge und faszinierende Natur
Gebirge haben die Menschen schon immer fasziniert. Sie sind Kultstätte und Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten. In leuchtenden Bildern zeigt die Ausstellung tibetische Pilger am Fuße des Kailash oder Wallfahrtsorte in den Anden. Ein eigener Teil widmet sich ganz der Erkundung von Flora und Fauna der Bergwelt: Großformatige Murmeltiere werden neben Alpenveilchen und Steinböcken hängen. Zu einigen Fotos gesellen sich auch noch passende Filmsequenzen. „Wir setzen auf die Spannung zwischen Bildern und Filmausschnitten“, erklärt Peter Pachnicke, „auf die Dramatik, die dadurch entsteht, dass das, was im Bild geronnen ist, sich im Film zu bewegen beginnt.“

Foto: DLR

Ein Berg steht Kopf
Herzstück und herausragendes Detail ist eine 30 mal 42 Meter hohe Skulptur des Matterhorns, die kopfüber an der Decke des Gas-Turms schweben wird. Warum die Organisatoren den Berg umgedreht haben? Damit die Besucher, die von unten hochblicken, das Matterhorn dennoch wie aus der Vogelperspektive betrachten können. Für einen besonderen Effekt soll ein riesiger Spiegel auf dem Boden sorgen: Wer dort hineinsieht, hat das Gefühl in die unendliche Tiefe des Bergmassivs zu stürzen. Definitiv nur etwas für Schwindelfreie. Die Skulptur selbst besteht aus einer Unterkonstruktion und einem Überzug aus Polyethylen, einem Kunststoff, wie er auch für Heißluftballons verwendet wird. Auf dieser Oberfläche machen 17 Projektoren den Tages- und Jahreswechsel am Matterhorn sichtbar. Für die Herstellung dieser Animation hat das Gasometer Oberhausen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammengearbeitet. Nils Sparwasser, Abteilungsleiter des DRL, erstellte dazu zusammen mit seinem Team Satelliten- und Flugbilder des markanten Berges in den Walliser Alpen und kompilierte sie zu einer fortlaufenden Animation. Insgesamt wird die aufwändige Ausstellung etwa 1,2 Millionen Euro kosten.

Zurzeit hängt unter der Decke noch die Weltkugel des Vorgängers „Wunder der Natur“, die bisher 1,17 Millionen Besucher nach Oberhausen lockte. Ab März wird sich zeigen, ob die neue Ausstellung an den Erfolg anknüpfen kann. Lina Niermann

Fotostrecke:

Gasometer Ausstellung 2018