Leon Löwentraut: Ausstellung „Singles & Couples“ in Düsseldorf

Kunst mit Eventfeeling: Löwentraut in der Galerie Geuer & Geuer | Fotos: Nadine Beneke

Seine neue Ausstellung „Singles & Couples“ stellte Leon Löwentraut Ende September in der Geuer & Geuer Art Galerie in Düsseldorf vor. Bis Ende Oktober sind die bunten Gemälde des 19-Jährigen in der Landeshauptstadt zu sehen.

Zur Vernissage am 29. September will Löwentraut mit einem alten Mercedes SL vorfahren. Oldtimer gehören zum Gesamt- und Ausstellungskonzept des jungen Künstlers. Außerdem ein roter Teppich, ein Sekt- oder Champagnerempfang. Der Einlass zu Löwentrauts Werkschauen wird traditionell erst gewährt, wenn er selbst anfährt. „Eventfeeling“ nennt der 19-Jährige das. Die Inszenierung hat einen  Grund: „Von Leuten in meinem Alter höre ich oft, dass Museen und Kunstausstellungen langweilig sind. Bis sie zu einer Ausstellung von mir kommen. Kunst ist nichts Langweiliges. Kunst ist etwas absolut Bewegendes.“ Er fährt sich durch die Haare, gestikuliert ausladend. Das Gesamtkonzept passt: Man kann sich, jetzt gerade, gut vorstellen, wie der Düsseldorf in seinem Atelier im elterlichen Haus zu schallend lauter Opern-, Mozart-, oder Vivaldi-Musik aus der Tube heraus malt.

Von Musen inspiriert

Löwentraut trägt dick auf – und kokettiert damit. Seine avantgardistischen, expressionistischen Gemälde mit Graffitielementen, die er inzwischen schon in New York, Singapur und London ausstellte, entstehen, wie er sagt, aus ihm selbst heraus. Auf die Leinwand kommen seine Emotionen. Der Betrachter sieht, was ihn bewegt. In der aktuellen Ausstellung verarbeitet er Zwischenmenschliches: „Was mich als letztes inspiriert hat, deswegen auch die Ausstellung ‚Singles & Couples‘, sind meine Musen. Viele Frauen, mit denen ich zu tun hatte. Models. An denen ich auch teilweise sehr gehangen habe. Und mit denen ich eine unheimlich schöne oder unheimlich schwierige Zeit durchgemacht habe.“

Klar ist: Löwentraut lebt seinen Traum, und das seit seiner Kindheit. Er malt, seit er sieben Jahre alt ist. Fragte im Alter von zwölf Jahren selbstständig bei Galerien und Zeitungen an. Und wurde oftmals abgelehnt. Löwentraut erklärt: „Ich hatte noch nie Hemmungen. Ich bin ein sehr extrovertierter Mensch und bin immer ganz offen auf Leute zugegangen. Damit hatte ich überhaupt kein Problem.“ Inspiriert zum Malen hat ihn seine Mutter, die ebenfalls kreativ ist. Selbige ging ihrem Beruf als Krankenschwester bereits ein Dreivierteljahr nach Löwentrauts Geburt wieder nach. „Leon ist damit aufgewachsen, dass wir beide arbeiten“, erzählt die elegante Frau im roten Kleid in der Galerie Geuer & Geuer. Inzwischen arbeiten beide Elternteile „Vollzeit“ für den Künstler. Mutter Heike kümmert sich um die Buchhaltung, Vater Jörg um das Management. „Es gibt keinen besseren Manager für meinen Sohn“, sagt Heike Löwentraut.

An den Mega-Visionären orientieren

Leon Löwentraut

Die Warteliste für die Werke des Wunderkinds ist lang. Malen um des Auftrags Willen käme für Löwentraut dennoch nie in Frage: „Ich würde nie malen wollen, weil ich malen muss. Ich mache nur zwei bis drei Ausstellungen im Jahr. Exklusivität steht bei mir an oberster Stelle. Und Qualität.“ Wer sich in der Galerie umsieht, versteht den Hype. Die Werke sind farbenfroh, lassen immer noch ein kleines Detail aufblitzen, das man zuvor nicht entdeckt hat.

Kein Wunder, dass Galerist Dirk Geuer Löwentraut vorschlug, um die 17 Entwicklungsziele der UNESCO in 17 Bilder zu übertragen. Diese touren bis 2030 auf der ganzen Welt. „Das ist sehr bewegend“, sagt Löwentraut. Trotz seines jungen Alters und der Unbedarftheit, hat der Künstler eine genaue Vorstellung von dem, was er erreichen will. Basquiat oder Picasso haben ihn für seine Werke beeinflusst. Als weiteres Vorbild nennt er Steve Jobs. Er erklärt: „Warum soll ich mich nicht an den Besten der Welt orientieren? Warum lieber an Leuten, die ganz am Anfang stehen, oder die selber noch nicht wissen, wer sie sind? Ich will mich nur an den Großen, Professionellen und den Mega-Visionären orientieren. Und sonst an gar keinem.“

Hater zu Genüge

Der Plan geht auf. Ein Kollege erzählt während des Pressetermins, dass auch die hier ausgestellten Werke wieder alle ausverkauft sind. Nach seinen Wünschen für die Zukunft gefragt, sagt Löwentraut: „Eine Freundin, bei der ich mich zurückziehen kann, wenn alles zu viel wird.“ Den Hatern möchte er es außerdem zeigen. Denn die gibt es, ob seines jungen und zielstrebigen Erfolgs, natürlich zur Genüge. Wichtiger ist ihm aber: „Ich möchte ein Zeichen in der Welt setzen." Nadine Beneke

Leon Löwentraut, "Singles & Couples": 29.9.-29.10. Di-Fr 11-18, Sa 11-15 Uhr, Geuer & Geuer Art, Düsseldorf