Ernten, säen, Essen: Tag der offenen Gärten und Höfe

Zum dritten Mal lädt die Grüne Hauptstadt zum munteren Rudel-Radeln. | Foto: Jochen Tack

Vor der Winterzeit präsentiert das Projektbüro Grüne Hauptstadt Europas die finale, dritte Auflage der Veranstaltungsreihe säen, ernten, Essen. Nachdem die Essener Gärten und Höfe bereits im Frühling und im Sommer ihre Tore für neugierige Besucher öffneten, laden sie am 1. Oktober ein letztes Mal zu sich ein. An sechzehn Klein- und Gemeinschaftsgärten warten verschiedene Aktionen zum Thema ökologisch verantwortliche Ernährung und Selbstverpflegung. Auf insgesamt fünf Strecken können alle Stationen mit dem Rad abgefahren werden. Wer die vorgegeben die Strecken gegen den Uhrzeigersinn abfährt muss laut Projektbüro weniger in die Pedale treten.

Strecke Zentrum

Die Strecke im Zentrum von Essen führt über 13,5 Kilometer durch Haupt- und Nebenstraßen, teilweise mit, aber auch ohne Radweg. Die erste Station der Strecke ist der Weberplatz mit seinen Pflückgärten. Diese haben Anwohner innerhalb eines Workshops angelegt. Nun kann dort jeder nach Belieben säen und ernten. An der zweiten Station kann der Kleingartenverein Altstadt-Nord e.V. besichtigt werden. Neben einer kleinen Stärkung für die Gäste haben E-Bike-Fahrer hier die Möglichkeit, neuen Saft für ihre Räder zu tanken. Beim nächsten Halt der Route geht es hoch hinaus: Auf der Dachterrasse des Malteserstift St. Bonifatius haben Besucher die Möglichkeit, das zu genießen, was Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter des Stifts übers Jahr gehegt und gepflegt haben. Das Ende der Tour liegt am Planckgarten. Hier ist der Name der Veranstaltung Programm. Gemeinsam sollen die reifen Kartoffeln geerntet und anschließend gegrillt werden.

Strecke Ost

Am 1. Oktober wird geradelt. | Plakat: Grüne Hauptstadt Europas

Im Osten Essens erstreckt sich 13,5 Kilometer über Radtrassen und Nebenstraßen mit Radwegen. Gegen Eintritt können Besucher an der ersten Station, im Gruga Park, die Ausstellung Essen erntet besuchen. Zum Thema Primärproduktion und Naturschutz in Essen präsentieren hier ortsansässige Einzelhändler, der Naturschutzbund Nabu und die Schule Natur verschiedene Produkte und Projekte. Der Meditationsgarten ist der zweite Stopp der Strecke. In gemütlicher Runde lernen Besucher einfache und gesunde Gerichte aus anderen Kulturen kennen, die alle aus regionalen Zutaten zubereitet werden. Letzte Station ist der Siepengarten. Damit die nächste Saison wieder reichlich blüht und sprießt geht es hier gemeinsam an die Saatgut-Ernte.

Strecke Nord

19 Kilometer entlang von Radtrassen und Nebenstraßen ist die Strecke Nord ein besonderes Abenteuer für Kinder. Der Anfang der Strecke liegt am mobilen Garten. Während Kinder hier im Sandkasten spielen oder an Mitmach-Workshops mit Frank Münter teilnehmen können, haben Interessierte die Möglichkeit, mehr über die Gemeinschaftsgärten in Essen zu erfahren. An der Bonnekamphöhe wird ein vorgezogenes Kürbisfest gefeiert. Serviert werden eine Kürbissuppe aus eigenem Anbau und alte Weisheiten und Mysterien zu verschiedenen Pflanzen. Später, bei Sonnenuntergang, werden hier im Schein des Lagerfeuers Gruselgeschichten erzählt. Nächster Halt ist der Bauernhof am Mechtenberg. Kinder erwartet ein Streichelzoo mit Hoftieren, Kürbisschnitzen und Ponyreiten. Der Hofladen bietet hauseigene Produkte und auch hier wird mit Kürbissuppe und Reibekuchen für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Letzter Haltepunkt ist der historische Hof von Bauer Ridder. Produkte aus eigener Produktion und Ernte gibt es auch in seinem Hofladen. Zudem können in seinen Stallboxen Pferde verschiedenster Rassen bestaunt werden. Streicheln ist erlaubt.

Strecke West

Ein weiterer Spaß für Kinder könnte die Strecke West über 20 Kilometer entlang von Radwegen und Grünstreifen sein. Erster Stopp ist der Nachbarschaftsgarten, in dem der kulturell übergreifende Austausch von Wissen über Essbares in der Natur im Vordergrund steht. Zusammen wird hier ein Erntedank-Mandala aus Schätzen des Gartens gelegt und Kinder können Collagen aus all dem, was sie greifen können, legen. Zur Stärkung gibt’s frisch gebackene Pfannkuchen. Danach geht’s zum Steenkamp Hof, der einen Einblick in die traditionelle landwirtschaftliche Produktion gewährt. Dabei gibt ein digitaler Wissensparcours Auskunft über altes und neues Wissen. Auf der gesamten Fahrtstrecke West finden sich immer wieder Spielplätze zum Toben und für kleine Pausen.

Strecke Süd

Die Strecke Süd führt 17 Kilometer entlang von Radwegen und der teilweise mit Radwegen ausgestatteten Hauptstraße. Ab Essen-Werden kann zurück auch die S-Bahn genommen werden. Station Eins ist die Grüne Matte, der Gemeinschaftsgarten in Essen-Schuir. Ab 11.30 Uhr findet hier ein „Mitbring-Frühstück“ statt. Tasse, Brettchen und etwas zu Essen können von Daheim mitgebracht werden. Was sich im Garten findet wird gemeinsam geerntet und danach zusammen zubereitet. Um 14 und 16 Uhr gibt es außerdem Einblicke in die urbane Bienenhaltung. Die zweite Station ist der Oberschuirshof. Kinder können auf der Strohburg spielen, sich schminken lassen oder die Tiere des Hofs besuchen. Im hofeigenen Laden gibt’s Erntefrisches von den Feldern. Außerdem kann frischer Apfelsaft gepresst werden und es gibt jede Menge Information zur Landwirtschaft und zur urbanen Selbstversorgung. Das Gartenhaus Dingerkus ist die letzte Station dieser Strecke. Im Streuobstwiesen ähnelnden Garten können alte Blumen-, Obst- und Gemüsesorten wieder entdeckt werden. Dazu gibt es Kaffee, Kuchen und Tee bei entspannter Musik.

Für alle, die die Strecken nicht alleine abfahren wollen gibt es zwei geführte Touren, die jeweils ungefähr drei Stunden dauern und um 12 und 15.15 Uhr starten.