Alles in allem: Alexander Kluge im Museum Folkwang

Alfred Edel, Lieblingsschauspieler von Alexander Kluge und Christoph Schlingensief als Galaktischer Kämpfer im Abgrund der Sterne, gemalt von Margrit Sickert, 2017; Filmstill | Fotos: © Kairos Film

Anlässlich des 85. Geburtstags von Alexander Kluge gibt das Museum Folkwang in Essen einen umfassenden Einblick in das Schaffen Kluges und betont dabei die multimediale Dimension seiner Arbeit.

Er ist promovierter Jurist, war Vertrauter von Theodor W. Adorno und etablierte sich ab den 1960er-Jahren als Schriftsteller und Filmemacher, und gehört zu den wichtigsten Filmtheoretikern des Landes: Das Leben und Schaffen von Alexander Kluge, 1932 in Halberstand geboren, ist geprägt von zahlreichen Facetten und Ausdrucksformen, obwohl er sich selbst maßgelblich aus Autor begreift.

Fokus auf neuen Filmen

Von zentraler Bedeutung für seine Arbeiten ist dabei die Montage: Aus Materialien wie Bildern, Texten und Objekten stellt Kluge immer neue Konstellationen her. Daher hat die Bezugnahme zu anderen Künstlern und Werken ebenfalls einen hohen Stellenwert für seine Kunst. Das wird zurzeit in der Fondazione Prada in Venedig deutlich, wo Filme Kluges auf Filmkulissen von Anna Viebrock und auf Werke des Künstlers Thomas Demand synergetisch aufeinandertreffen. Auch in Essen werden Werke anderer Künstler wie Kerstin Brätsch oder Sarah Morris in Beziehung zu den Filmen von Alexander Kluge gesetzt. Der Fokus der Ausstellung liegt jedoch auf zahlreichen neuen Filmen, die eigens für die Ausstellung entstanden sind. Dazu gehört die titelgebende 5-Kanal-Projektion „Pluriversum“, die um die Filmgeschichte kreist. Zudem gibt Kluge Einblick in sein Archiv kurzer Filmsequenzen. Seine Kernthemen wie Lebenszeit, Zirkus oder Cross Mapping werden ebenfalls aufgezeigt.

Beleitende Veranstaltungen

Die Ausstellung wird begleitet von einem Veranstaltungsprogramm, das unter dem Motto „Im Rausch der Arbeit“ steht und als ein integraler Bestandteil der Schau verstanden wird, weil die besondere Rolle der Zusammenarbeit und des Zusammen-denkens für Kluge weiter verdeutlich werden. Neben einem Vortrag zu „Durch mehr Haare zu mehr Anerkennung“ der Schriftstellerin Ann Cotten (30.11.) oder einem Workshop-Marathon „Ginge da ein Wind...“ (7.12.) stellt sich am 9. November Helge Schneider den Fragen Kluges. Dann heißt es: „Stellungnahme eines Kriegsministers im Schlafanzug, ratlos“. Zu dem Programm gehört weiter ein Abend mit Kluges Lieblingsschauspielerin Hannelore Hoger (30.11.). Sämtliche Termine gibt es auf der Website des Museums. Stefanie Roenneke

Alexander Kluge – Pluriversum
15.9.2017 – 7.1.2018, Eröffnung 14.9. (19 Uhr)
Museum Folkwang, Essen