Ruhrtriennale zum Ausprobieren: Die großen Kunst-Installationen

test pattern von Ryoji Ikeda | Foto: Marco Bonk

Der größte Teil des Ruhrtriennale Programms läuft hinter verschlossenen Türen, die sich nur mit Eintrittskarten öffnen. Die größten Kunstwerke des Festivals stehen jedoch fast alle im öffentlichen Raum und sind kostenlos anzusehen und auszuprobieren.

Bei Zweien der Installationen sind Wow- und Spaß-Effekt fast ebenbürtig. Auf der Zeche Zollverein steht eine riesige Dusche und in der Duisburger Kraftzentrale ist noch bis zum 15. September eine beeindruckend audiovisuelle 100 Meter lange Matte ausgerollt.

Der perfekte Kontrast dazu ist die leise und filigrane Arbeit von William Forsythe im Museum Folkwang (nur noch dieses Wochenende). Sie bietet sinnlich tänzerische Interaktionsmomente. Ein bisschen gruselig dagegen ist die Arbeit von Douglas Gordon in der Kokerei Zollverein. 

test pattern

Licht, Ton und Raum kombiniert mit mathematischen Formeln und maschinell gesteuert. Trotzdem ist das ein unmittelbar körperliches Erlebnis, wenn man über die 100 Meter lange Fläche spaziert oder sich hinsetzt. Die schiere Größe ist schon eindrucksvoll, die Komposition der elektronischen Musik mit den stroboskopigen schwarzweiß Lichtwechseln erledigen den Rest. 

  • bis zum 15. September, täglich 13 bis 21 Uhr, Eintritt frei
  • Kraftzentrale, Landschaftspark Duisburg-Nord

Tower

Bei der Dusche handelt es sich um eine Arbeit des Londoner Studios rAndom International und eigentlich ist es eher ein Turm. Von vier Seiten fällt so viel Wasser, dass ein riesiger begehbarer Wasserturm entsteht. Wechselklamotten mitbringen oder Regenponcho benutzen. Ein paar davon sind vor Ort verfügbar. 


Silence, Exile, Deceit

© Douglas Gordon / Ruhrtriennale / VG Bild-Kunst, Bonn 2013. Photo: Studio lost but found / Frederik Pedersen

Eine gruselig atmosphärische Videoinstallation des schottischen Künstlers Douglas Gordon. Das ist der, der auch schon Zinedine Zidane museumsfähig gemacht hat. Stichworte: Schatten und Licht, Leben und Tod, Gut und Böse, Schuld und Unschuld.

  • bis zum 6. Oktober, täglich 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei
  • Mischanlange, Welterbe Zollverein Essen  

Nowhere and Everywhere

Ganz leise dagegen ist die Installation von William Forsythe im Folkwang Museum. Erstmals ist der große Raums des Neubaus im Folkwang nur einer Arbeit geöffnet. Alle Trennwände sind gewichen für 400 schwingende Pendel, die jedem der sie durchschreitet, eine tänzerische Performance abverlangt. 

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