Ruhrtriennale 2013: Beim Kochen über Kunst reden

Lange Tafeln statt kleine Tische | Foto: Rademacher und Günzel

Ein Burger am Bahnhof, eine Pizza vorm Fernseher, eine Currywurst in der Kneipenmeile – die Nahrungsaufnahme gerät heute oft zur Nebensache, die möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen soll. Die Ruhrtriennale widersetzt sich diesem Trend: Die „freitagsküche“ ist eine Feier des Abendessens und ein Ansporn zu Gesprächen über die vorher erlebte Kunst.

Die Künstler Thomas Friemel und Michael Riedel haben die freitagsküche vor bald zehn Jahren in Frankfurt am Main erfunden, und ihr Konzept ist denkbar einfach: Wöchentlich werden Gastköche, Künstler, und Freunde aus der Region eingeladen, um ein gemeinsames Essen zu kochen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Küche steht offen im Gastraum, der Prozess des Kochens ist für alle nachvollziehbar – er wird hier bewusst gemacht.

Auch wenn es vielleicht schwierig ist, sich das vorstellen: Die freitagsküche ist mehr als ein Restaurant mit offener Küche. „Das Team weiß, welche Register es ziehen muss, um die Gäste locker zu machen und ins Gespräch zu bringen“, sagt Ruhrtriennale-Dramaturg Matthias Mohr. Das funktioniert zum Beispiel über die Sitzanordnung: Große Tafeln statt kleiner Tische ist die Devise. „Da sitzen dann Banker neben Kuratoren, neben Kunststudenten, neben Tänzern …“ Die lockere Atmosphäre wird auch mittels einer besonderen Lichtstimmung kreiert und dadurch, dass die Gäste sich ihr Essen selbst an der Küche abholen müssen und so in Bewegung bleiben, vielleicht den Tischnachbar zu fragen, ob er noch etwas Brot mitbringt.

Küchenregie

Bei der Ruhrtriennale findet die freitagsküche im Anschluss an sechs verschiedene Vorstellungen an unterschiedlichen Orten statt. Dafür hat das Team ein mobiles Setting auf Grundlage der Frankfurter freitagsküche erarbeitet, das auch schon in den Berliner Sophiensälen oder dem Frankfurter Schauspiel zu Gast war. Immer mit dabei sind Künstler der Aufführung „oder mindestens ein Dramaturg“, verspricht Matthias Mohr.

Nach ein paar Eröffnungsworten, die Mohr lieber mit „Dinner Speech“ als mit „Vortrag“ bezeichnet, wird die Runde geöffnet, werden die Töpfe zum Dampfen und die Pfannen zum Brutzeln gemacht. Die Rezepte kommen übrigens von den Regisseuren selbst, und für die musikalische Begleitung des Abends wird die jeweilige Künstlergruppe mit eingespannt.

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