Radikale Stadterkundung

Facetten einer Stadt in „Oyoyoy“ | Foto: Rolf Arno Specht

Nachts, wenn alle schlafen, übernehmen rivalisierende Hundemeuten den Kiez, bellend verteidigen sie ihr Revier: Die Darsteller der Gruppe „Freie Radikale“ fletschen die Zähne und knurren sich durch eine von vielen eindrucksvollen Szenen in der Stückentwicklung „Oyoyoy“. Urbanes Leben als Herausforderung. So ist auch die Inszenierung der Bochumer Schauspielerin Günfer Cölgecen aufzufassen, die eine unbeirrbare Formensprache behauptet. Ihre Performer sind mal dadaistischer Chor, mal Individualisten. Das lautsprachliche Zusammenspiel fasziniert, irritiert und erheitert. Aber es gibt es auch Sequenzen, in denen das inszenierte Chaos lautstark an den Nerven zerrt, Sounds und Stimmen steigern sich zur Kakophonie einer Großstadt. Das Performance-Klangtheater (Musik: Michael Pattmann) verweist auf typische Merkmale einer Stadtgesellschaft. Styropor ist das einzige Requisit auf der kleinen Bühne in der Rotunde, mit Hilfe des Rohstoffs wird die Stadt zum Ungeheuer und zur schützenden Höhle. Videobilder von Rolf Arno Specht (Pixelpojekt Ruhr) runden das Experiment ab.