13. Dortmunder Museumsnacht

BU: Feuerwerk auf dem Friedensplatz | Foto: Christin Knospe

Museumsnacht. Man mag bei diesem Begriff an dunkle Hallen, verstaubte Skelette und verblichene Ölschinken denken. Der Besucher der 13. Dortmunder Museumsnacht wird sich jedoch eher in die rasante Filmkomödie „Nachts im Museum“ versetzt fühlen. Zu den 600 Veranstaltungen an 60 Orten gehören Shows, Action, Comedy, Konzerten, Kabarett, Mitmachaktionen, Führungen, Ausstellungen und Kunstevents.

Die Dortmunder Museumsnacht ist 2001 kurz nach der Extraschicht, der langen Nacht der Industriekultur, gestartet. Beide Veranstaltungen eint, dass sie ihren Besuchern große, unvergessliche Events bieten wollen. Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. „In den vergangenen Jahren waren weit über 3 000 Besucher unterwegs“, erklärt Kerstin Keller-Düsberg von der Konzeptschmiede-Do, die die Veranstaltung von Beginn an organisiert hat. „In einer Umfrage haben die Dortmunder die Museumsnacht kürzlich zur beliebtesten Kulturveranstaltung gewählt“, sagt sie. Mittlerweile kämen 40 Prozent der Besucher von außerhalb.

Wahrscheinlich hat sich herumgesprochen, dass man hier nicht nur die Museen, sondern auch Kirchen, Theater, Konzertsäle und Plätze – praktisch die ganze Stadt – in einem anderen Licht erleben kann. Nachdem von 15.53 Uhr sieben Minuten die Glocken der Stadtkirchen geläutet haben, stürzen sich die Besucher ins Abenteuer: Action pur gibt es etwa an der DASA, Deutschlands größter interaktiver Ausstellung. Polizisten vom SEK und die Feuerwehr werden hier einen Einsatz simulieren, sich in einer Stahlhalle abseilen und einen Flugroboter fliegen, der im Rahmen verschiedener europäischer Projekte zum Schutz und zur Rettung von Menschen entwickelt wurde. Wer sich selbst bewegen will, nimmt am Parkour-Workshop ebenfalls in der DASA teil und lernt, Hindernisse nur mithilfe des eigenen Körpers zu überwinden.

Wegen des Wegfalls eines Sponsors gibt es in Dortmund derzeit keine Theaternacht mehr. Dafür nehmen die Theater jetzt wieder an der Museumsnacht mit ihrem Hauptsponsor DEW21 teil – „Vorhang auf“ wurde sogar das aktuelle Motto. Im Opernhaus kann man so eine öffentliche Probe zum Musical „Anatevka“ erleben, Stippvisiten im Chor- und Ballettsaal oder romantischen Highlights der Kammermusik, gespielt von den Dortmunder Philharmonikern, gehören zum Programm. Aber auch die Märchenbühne, das Hansa-Theater, das Roto Theater und das Wichern laden zu Bühnenkunst ein.

„Ein Vorreiter waren und sind wir mit unserem Kinderprogramm“, sagt Organisatorin Kerstin Keller-Düsberg. Ab 16 Uhr können sie etwa ein Figurentheater mit den beliebten Figuren Pettersson und Findus im Museum für Naturkunde besuchen – wo ganz Mutige an diesem Abend auch die Möglichkeit haben, Phobien abzubauen: beim Vogelspinnen-Streicheln.

„Was man auf keinen Fall verpassen sollte, ist das abschließende Feuerwerk auf dem Friedensplatz“, sagt Kerstin Keller-Düsberg. Von circa 23.30 Uhr an wird es eine halbe Stunde die Sinne betören und die Flammen tanzen lassen. Als Geheimtipp hat die Organisatorin allerdings auch eine kleine Perle in petto: „Das Apothekenmuseum bietet Führungen an. Es passen zwar immer nur zwölf Besucher rein, aber wer nicht reinkommt, erhält einen Termin für außerhalb der Nacht.“

Was man außerdem nicht verpassen sollte? Das irre Musik-Quartett Uwaga in der Reinoldi-Kirche, das Füttern von Adolf Winkelmanns Fischen auf der Dachkrone des U … Überhaupt lohnt der Aufstieg auf verschiedenste Türme: den Wasserturm des ehemaligen Südbahnhofs zum Beispiel oder den RWE-Tower. Sie bieten den Blick über Dortmund im Glanz seiner ganz eigenen Nacht der (Industrie)Kultur.

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