Fresh from the Base: Go GOP Go!

Jade Lee Petersen

Jeden, der immer noch meint, der Besuch eines Varietétheaters sei vielleicht eine leicht angestaubte Angelegenheit, werden die jungen Artisten der brandneuen Show im GOP Essen eines Besseren belehren – und einen ebenso anregenden wie aufregenden Abend mit vielen Überraschungen bescheren! Die Berliner „Base“-Crew bringt mit ihren ebenso charmanten wie amüsanten Kunststücken frischen Wind in dieses ehrenwerte Haus!

Wobei das kleine Wörtchen „Kunst-Stücke“ hier wirklich noch einmal buchstäblich betont werden muss, denn was die beiden Regisseure Pierre Caesar und Markus Pabst schwungvoll auf die Bühne stellen, ist großartig inszeniertes, künstlerisch anspruchsvolles Entertainment. „Base Berlin“ seinerseits ist ein Pool, eine Plattform … und in erster Linie ein cooles Loft am Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer, das aufstrebenden Talenten eben nicht nur die Möglichkeit bietet zu trainieren, sondern auch im gegenseitigen Austausch neue Ideen und kreative Konzepte zu entwickeln.

Nicht nur alters-, sondern auch stimmungsmäßig bildet der grantelnde alternde Zauberer Hieronymus als Moderator mit grimmiger Miene und jeder Menge trockenem Humor einen kongenialen Kontrapunkt zu den fröhlichen Jungspunden und -spundinnen um ihn herum, denen man den eigenen Spaß an ihrer mitreißenden Bühnenakrobatik jederzeit anmerkt. Bei der Weltpremiere von „Back to Base“ in Essen sprang der Funke der krassen Klasse-Crew jedenfalls wie von Zauberhand so mühelos ins restlos begeisterte Publikum über, dass man sich keinerlei Sorgen um den Erfolg der Produktion machen muss, die danach noch ein Jahr lang durch die übrigen GOP-Theater der Republik tourt.

Und übrigens: Für die zur Zeit unter dem Titel „Pop Amok“ im Restaurant und im Foyer ausgestellten Bilder von Richard Alexander Heckert sollte man sich durchaus auch ein wenig Zeit nehmen!