Blut, Schweiß und Tränen

Brunhild, Kriemhild, Siegfried oder Hagen hieße dieser Tage keiner mehr, ohne milde belächelt zu werden. Aber die Konflikte, die in Friedrich Hebbels 1861 in Weimar uraufgeführten „Nibelungen“ mit Blut, Schweiß und Tränen auf der Bühne ausgetragen werden, schwelen auch bei Lilly, Anna-Lena, Alexander oder Kevin, notdürftig kaschiert von modernen Anzügen, Businesskostümen oder Leisure Looks munter weiter.

Es geht um nicht mehr und nicht weniger als Macht, Gier, Liebe, Sex, Rache und Betrug, die typischen Elemente auch zahlreicher zeitgenössischer Hollywood-Blockbuster also. In Einzelaufführungen und Doppelabenden, bei denen für Pausen und Proviant gesorgt sein wird, widmet sich das Rheinische Landestheater in Neuss zum Auftakt der neuen Spielzeit diesem wortgewaltigen Trauerspiel.

In „Die Nibelungen I: Siegfried“ (Regie: Esther Hattenbach) verliebt sich Nibelungenhorthüter Siegfried, dargestellt von Pablo Guaneme Pinilla, am Hof der Burgunden in Kriemhild. Doch bevor er seine Holde kriegt, muss er König Gunther bei dessen Werben um die von ihm begehrte Brunhild unterstützen. Mit Hilfe der Tarnkappe besiegt der Drachentöter in Vertretung Gunthers die Walküre. Aber nicht nur Siegfrieds Angetraute ahnt Verrat. Auch die besiegte Brunhild sieht sich betrogen. Das wird den berühmten Helden seinen Kopf kosten.

In „Die Nibelungen II: Kriemhilds Rache“ führt Intendantin Bettina Jahnke Regie. Da fürchtet Hagen von Tronje die Revanche der, wenn auch mittlerweile wieder verheirateten, seit Jahren trauernden Witwe. Zu recht. Es kommt zur blutigen finalen Schlacht. Das gesamte Neusser Schauspielensemble ist bei diesem von der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität begleiteten Theaterprojekt im Einsatz. So spielen beispielsweise im ersten Teil Sigrid Dispert und im zweiten Linda Riebau die Kriemhild, André Felgenhauer den jüngeren Hagen von Tronje und Andres Spaniol dessen Part in „Kriemhilds Rache“.

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