Offene Bühne Bergisch Land: Jubiläumsshow

Welcome To The Show!

Vor fünf Jahren trat im kleinen Saal des ehemaligen Rex-Theaters in Wuppertal erstmalig das Team Offene Bühne Bergisch Land ins Licht. Die Idee: Eine regelmäßige offene Kleinkunstbühne, für Etablierte und Neulinge, für Angemeldete und Spontane. Nach über dreißig Shows im Bergischen Land wird nun Ende August Fünfjähriges gefeiert.

Entstanden ist die Idee zur Offenen Bühne Bergisch Land aus einem wohltätigen Gedanken. Der Vereinsvorstand besteht nicht aus Künstlern oder professionellen Veranstaltern, die mit diesem Format Geld verdienen wollen oder müssen, sondern aus „Normalberuflern“, die nebenher Kleinkunst jedem zugänglich machen möchten. „Seit 2009 kosten unsere Tickets konstant fünf Euro. Dafür gibt es ein abendfüllendes Programm“, erzählt Florian D. Schulz, Mitbegründer und Moderator. Das Publikum, das schon bald für ausverkaufte Säle sorgte, bekommt jedes Mal eine Wundertüte präsentiert, die in der Regel eine gesunde Mischung aus Musik, Comedy, Lesung, Zauberei und was sonst noch auf eine kleine Bühne passt, beinhaltet.

Gesagt, geplant, getan

Spontan vorbeigeschaut: Knacki Deuser

„Als wir anfingen, prophezeite man uns, dass uns das Offensein für Spontanbeiträge um die Ohren fliegen würde“, erinnert sich der Moderator. Wer aber eine der Shows schon mal besucht hat, weiß, dass Florian D. Schulz auch ohne Vorbereitung eine locker-souveräne Art hat, mit den Auftretenden umzugehen. Und auch Hürden weiß das OBBL-Team zu meistern. So standen sie nach der Schließung des Rex-Theaters zunächst ohne Auftrittsmöglichkeit da und mussten mit dem Format tingeln; zudem zogen sich nach und nach Sponsoren zurück, was das Non-Profit-Unternehmen auf eine harte Probe stellte. Lichtblicke folgten aber 2011, als die Klosterkirche in Remscheid-Lennep die Offene Bühne fest in den Spielplan aufnahm, und schließlich 2012, als die OBBL expandierte und das Format als Offene Bühne Rheinland ins legendäre Pantheon Theater nach Bonn exportierte. „Das Haus wird ja von der ehemaligen Rex-Betreiberin Martina Steimer geleitet. Sie hat uns von Anfang an viel geholfen.“ Hier schaute bei einer Veranstaltung auch schon mal Knacki Deuser spontan vorbei, hier geriet die Offenheit kürzlich aber auch erstmalig in den Grenzbereich.

Kleines bisschen Horrorshow

Anfang Juni 2014 meldet sich ein Mann aus dem Publikum, um an der Offenen Bühne Rheinland mit einem spontanen Beitrag teilzunehmen. Als klar wird, dass er Werbung für eine Horrorshow machen will, ist man alarmiert und spricht zunächst in der Pause mit ihm. „Da wir eben offen sein und nicht zensieren wollen, hab ich nach dem Gespräch das Publikum informiert, dass das Folgende sicher nichts für Kinder sei und dass man Gelegenheit habe, den Raum zu verlassen. Der Teilnehmer stach sich bei seinem Auftritt dann Kanülen durch den Arm und malträtierte sich mit Tackernadeln. Das ist jetzt nicht so das, was wir unter Kleinkunst verstehen und bleibt hoffentlich eine Ausnahme“, so Florian D. Schulz. Gemessen an den bislang über 200 unterschiedlichsten teilnehmenden Künstlern, fällt der Horrorfreak nicht weiter ins Gewicht; Stimmen aus dem Publikum und Beiträge im Gästebuch zeigen aber, dass man solche Darbietungen zukünftig doch bitte verhindern möge.

Die Feier zum fünfjährigen Bestehen lässt sich das Team der Offenen Bühne ganz sicher nicht vermiesen – auf die Bühne zur Jubiläumsshow kommen dann nur befreundete Künstler und langjährige Wegbestreiter.