Tipps zur Ruhrtriennale 2013

Gavin Bryars: The Sinking of the Titanic | Foto: Caroline Forbes

Das Programmheft ist gewohntermaßen prall gefüllt mit Veranstaltungen aus dem Bereich Musik, Theater, Tanz und Kunst. Um den Überblick nicht zu verlieren, gibt coolibri ein paar Tipps zu sehenswerten Veranstaltungen der Ruhrtriennale 2013.

The Sinking of the Titanic - Konzert

Das Konzert der Bochumer Symphoniker am 6. und 7. September in der Gebläsehalle Duisburg ist deshalb so außergewöhnlich, weil dort mit Gavin Bryars „Jesus' Blood Never Failed Me Yet“ eine der schönsten Kompositionen der Minimal Music zu erleben ist. Sie basiert auf der Aufnahme eines unbekannten Obdachlosen, der an einer Straßenecke einen Gospel singt. Bryars lässt diesen in einer Endlosschleife einspielen und legt über dieses Loop kontemplative orchestrale Sätze. Das ist Musik, die tief berührt und vielleicht sogar den ein oder anderen zu Tränen rührt. Unter der Leitung der estnischen Dirigentin Anu Tali spielt das Bochumer Orchester außerdem Bryars Orchester-Skizze „The Sinking of the Titanic“ und Luciano Berios „Requies“.

Delusion of the Fury

Foto: Klaus Grün

Als Eröffnungsstück für die Ruhrtriennale (Premiere: 23.8. Jahrhunderthalle, Bochum) inszeniert Intendant Heiner Goebbels dieses Jahr „Delusion of the Fury“. Die letzte große Musiktheaterarbeit ist zugleich der Höhepunkt des künstlerischen Schaffens von Harry Partch. Der originelle Außenseiter in der amerikanischen Hochkultur des 20. Jahrhunderts hat für seine Kompositionen nicht nur ein eigenes Tonsystem, sondern auch ein umfangreiches Instrumentarium von eigenwilliger Schönheit entworfen. Das Ensemble Musikfabrik lässt es für die Inszenierung erstmals nachbauen und macht so auch europäische Aufführungen von Partchs Musik in den kommenden Jahren möglich.

Situation Rooms

Foto: Psimenou

Das Bild des „Situation Room“ im Weißen Haus ging um die Welt: Obama und sein Stab beobachten darin die Exekution von Osama Bin Laden. Die Inszenierung der Gießener Theaterperformer Rimini Protokoll (Premiere: 23.8. Turbinenhalle an der Bochum Jahrhunderthalle) versammelt 20 Menschen aus mehreren Kontinenten, deren Biografien von Bedrohungsszenarien und Waffen mitgeschrieben wurden. 20 Zuschauer können in täglich mehreren Vorstellungen einen Parcours durchlaufen, dessen Räume eine globalisierte Welt der Pistolen und Panzerfäuste, der Sturmgewehre und Drohnen, der Regierenden und Flüchtenden nachbauen.

Nowhere and Everywhere

Foto: Julian Gabriel Richter

Die Ruhrtriennale sucht dieses Jahr verstärkt die Verbindung von Theater, Tanz und Musik zu Bildender Kunst. Der amerikanische Choreograf und Künstler William Forsythe hat so für den David-Chipperfield-Neubau des Essener Museums Folkwang (ab 24. August) eine Installation aus 400 Pendeln entworfen, die sich automatisch bewegen. Der Besucher ist angehalten, die Pendel nicht zu berühren, und wird so unweigerlich durch den Raum geführt.

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