Rita McBride: "Die Neue" an der Spitze der Kunstakademie

From Iowa with love: Rita McBride | Foto: Anne Pöhlmann

Gleiche Baustelle, anderer Auftrag

Das Terrain ist für sie kein neues. Bereits seit 2003 ist Rita McBride als Professorin an der Düsseldorfer Kunstakademie tätig. Den Weg zur Arbeit kann sie zu Fuß zu bewältigen. Gemeinsam mit ihrem Gatten, dem Maler Glen Rubsamen, wohnt McBride im Stadtteil Oberkassel. Von der Akademie trennt sie nicht viel mehr als die Rheinbrücke.

Am 1. August beginnt für die Dame aus Iowa nun ein neues Kapitel. McBride folgt Anthony Cragg, der auf eigenen Wunsch nur vier Jahre im Amt blieb, als Rektorin. Und obwohl die Kunst in Düsseldorf vielerorts ein weibliches (Führungs-)Gesicht hat, ist die gebürtige US-Amerikanerin nach Irmin Kamp (1981–1988) erst die zweite Frau an der Spitze der renommierten Lehranstalt.

Apropos Lehre: Die nimmt die Bildhauerin und Installationskünstlerin sehr ernst. Im Unterschied zu manch einem Kollegen, der lediglich ein, zwei Mal pro Semester einfliegt, zeigt McBride ständig Präsenz an der Eiskellerstraße Nummer eins. „Einen internationalen Blick“ wolle sie ihren Studenten beibringen, sagte die neue Chefin zuletzt in einem Interview. Dazu gehört auch, dass in ihrer Klasse englisch gesprochen wird.

15 Studenten leitet Rita McBride derzeit an. Eine überschaubare Zahl, die ein enges Verhältnis ermöglicht. „Ich liebe sie“, sagt dann auch die Künstlerin über ihre Schutzbefohlenen. In ihren eigenen Arbeiten verbindet die Amerikanerin soziologische Aspekte, Architektur, Design und Kunst. Das Ergebnis ist meist reduziert, dicht dran am amerikanischen Minimalismus. McBride schafft Autos aus Rattan oder eine Großinstallation namens „Arena“ aus gestuften Sitzreihen. Ihre größte Außenskulptur findet sich allerdings nicht in ihrer Wahlheimat Düsseldorf, sondern im Lande der Bajuwaren: „Mae West“ heißt die 52 Meter hohe Skulptur aus Stahlrohren, die mit Karton ummantelt sind, und steht auf dem Münchner Effnerplatz. Wer weiß, vielleicht zieht die Landeshauptstadt ja demnächst nach? Lust hätte Frau McBride bestimmt. Vielleicht könnte ja einer der grässlichen Radschläger verschwinden, die seit Jahren den öffentlichen Raum verschandeln, und so Platz schaffen für gehaltvolle Kunst.

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