Que(e)rdenker

Mit dem Sexismus ist es so eine Sache. Durch Rainer Brüderle zu zweigeteilter Öffentlichkeit gelangt, ist die als Objekt belächelte Weiblichkeit mittlerweile wieder von der medialen Bildfläche verschwunden. Nun bietet sich die Gelegenheit, derlei Themen neu aufzurollen. Und das ganz unabhängig von negativen Zuschreibungen wie dem „Opferabo“

Das Togetherfest geht vom 2. bis zum 4. August in die zweite Runde. Schon im letzten Jahr bot das/der Festigress (Festival und Kongress) eine Plattform, um über Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen von Diskriminierung zu sprechen. Dies soll nun wiederholt werden.

Altbekannte Geschlechterrollen werfen beim Festigress dank queerem, also von der Norm abweichendem, Denken Fragen auf. An oberster Stelle stehen die Themen Antisexismus und Queerfeminismus. Verantwortlich für die Veranstaltung zeichnet die Gruppe BecomingQueer. Den Festivalgedanken arbeitete sie seit Mitte 2011 aus. Im vergangenen Jahr fanden sich dann Größen der Queer- und Kulturwissenschaften, jedoch auch Künstler, Bands und DJs im Linken Zentrum ein. Diesmal geben sich die klugen Köpfe und Künstler in der Fachhochschule die Klinke in die Hand.

Ein besonderes Highlight ist mit Sicherheit die geplante Diskussion mit der Kulturwissenschaftlerin und Journalistin Mithu M. Sanyal am 3.8.. In ihrem Buch „Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“ zeigt die Düsseldorferin unterhaltsam die Kulturgeschichte der weiblichen primären Geschlechtsorgane auf.

Nadia Shehadeh ist am 2.8. ein weiterer Gast. Die junge Frau aus Gütersloh erzählt von ihrer Erfahrung als feministische Bloggerin. Außerdem spielen am 3.8. die Riot-Grrrl-Band Megaphones sowie die Punkband Tiger Magic. Die Praxis kommt übrigens auch nicht zu kurz – ein Theater-Workshop (4.8.) sowie eine praktische Drag-Übung (3.8.) garantieren, dass es nicht ausschließlich theoretisch zugeht.

Das Highlight im praktischen Sektor stellt der Workshop von „bikesexual“ am 4.8. dar, in dem altes Fahrradzubehör zu Sextoys umgewandelt wird. Was Rainer Brüderle wohl dazu sagen würde? BecomingQueer ist das wahrscheinlich egal. Ihr Motto lautet schließlich: „Sexismus bekämpfen, Macker zu Katzenfutter!“

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