Hinterhoflesungen: Von rau-windig bis wild-romantisch

Ein Mann, viele Worte: Dorian Steinhoff | Foto: Marco Piecuch

Hintenrum

Im Sommer hat es die Literatur eher schwer, gerade jene, die man in Form von Lesungen erlebt. Die große Mehrheit der potentiellen Zuhörer weilt zwecks Urlaubs außer Landes und die Daheimgebliebenen tummeln sich lieber in Parks und Freibädern oder scharen sich um Grills. Im zakk weiß man um diese Problematik und verlagert daher schon traditionell hochsommerliche Literaturveranstaltungen ins Freie.

Bereits seit Jahren wandelt die Poesieschlacht, wenn es heiß ist, auf Abwegen. Dass es keinesfalls immer grüne Oasen sein müssen, in die Literaten und ihre Zuhörer flüchten, beweist im August die von zakk und ArtConnection initiierte Reihe Hinterhoflesung. An drei Abenden sind je drei Schreibende in unterschiedlichen Hinterhöfen zu erleben. Die Auftaktveranstaltung findet am 8.8. nur einen Steinwurf vom soziokulturellen Zentrum an der Fichtenstraße entfernt statt – auf der Kiefernstraße. Im Hinterhof des dort ansässigen Kinderclubs geben Finn-Ole Heinrich, Laura Voß und Dorian Steinhoff Kostproben ihres Geschriebenen zum Besten. Letztgenannter darf getrost noch als Neu-Düsseldorfer bezeichnet werden. Erst im August letzten Jahres in die Rhein-Metropole gezogen, versucht der Autor und Literaturvermittler Steinhoff seitdem, der Landeshauptstadt literarisches Leben einzuhauchen – was dringend nötig ist.

Am gleichen Strang ziehen auch Anke Fuchs, Pia Helfferich und Mark Fritsche. Sie warten am 15.8. im Flingeraner Hinterhof der Filmwerkstatt Düsseldorf auf Zuhörer. Dort lockt zudem eine Terrasse mit wild-romantischem Blick auf Schienenstränge – eine wunderbare Kulisse, um die Gedanken auf die Reise zu schicken.

Ein vergleichsweise rauerer Wind weht rund um den Worringer Platz. Im Hof des Künstlervereins WP8 trägt am 22.8. neben Jessica Lehmann und Slammer Lasse Samström auch Tilman Rammstedt aus seinen Werken vor. Der Autor und Musiker wurde einem größeren Publikum durch seinen Roman „Der Kaiser von China“ bekannt, der 2008 erschien. Im gleichen Jahr erhielt der gebürtige Bielefelder den Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Moderation aller drei Abende übernimmt Pamela Granderath. Eintritt wird erfreulicherweise nicht erhoben. Ein Hut wird aber vor Ort sein. Und er dient an diesen hoffentlich heißen Abenden nicht als Sonnenschutz, sondern ist für Münzen und Scheinchen gedacht.

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28.3., Palladium, Köln

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