Ein bisschen Ruhrgebiet zu Gast bei den Salzburger Festspielen

| Foto: Ruth Walz

Jan Meier verantwortet seit 2008 die Leitung der Kostüm und Maskenabteilung der Ruhrtriennale. Nun hat er unter der Regie von Henry Mason für die Salzburger Festspiele den Sommernachtstraum inszeniert.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Es geht um die Irrungen und Wirrungen der Liebe. Da sollen Paare aus Standesdünkel zusammenkommen, die die Liebe trennt und umgekehrt. Am Ende - mit ein wenig Schicksal und Liebestrank kommt dann alles wie es soll: Feudaler Stand und Herzensangelegenheit passen wieder zusammen und ein großes Fest wird gefeiert.

Für die Open-Air Vorführung des Shakespearstückes im Salzburger Residenzhof, konnte Jan Meier auf Erfahrungen bei der Ruhrtriennale zurückgreifen: „Wie bei den Industrie-Hallen, sind diese Plätze keine originären Theaterräume. Man muss sehr genau überlegen, wie man aus einem Residenzhof eine Bühne baut. Es gibt hier z. B. keinen Orchestergraben und keine Drehbühne.“ so Jan Meier. Für den Sommernachtstraum in Salzburg wollte er keinen künstlichen Orchestergraben bauen. Man sollte die Musik sehen können, die über dem Stück thront. So ließ Jan Meier die Bühne als zweistöckiges grünes Metallgerüst bauen, oben auf das Mozarteum-Orchester, das den Sommernachtstraum unter der Leitung von Henry Bolton mit der Musik von Bartholdy begleitete. Das Untergeschoss verwandelte Meier abwechselnd in den Palast des Herzogs und den zauberhaften Birkenwald. Zudem ließ er sich einen wunderbaren römischen Bogen einfallen, zwar nicht mit einer Quadriga, aber immerhin 3 stolzen Pferden obenauf. Durch ihn schritten natürlich zum Ende die 3 Brautpaare, musikalisch begleitet mit dem berühmten Hochzeitsmarsch.

Henry Mason und Jan Meier verführten das Publikum in eine zauberhafte Welt der Elfen und Faune, die mit zerrissenen Netzstrumpfhosen, derben Stiefeln, unsicheren Geschlechts und mit viel Charme auftraten. Und so manche Bühnenüberraschung Publikum im Laufe des Abends unter dem Sommernachtshimmel geboten. Hoffentlich bleibt Jan Meier der Ruhrtriennale noch lange erhalten.

Und noch ein wenig Ruhrgebiet in Salzburg: Der diesjährige Intendant Pereira der Salzburger Festspiele beauftragte den – inzwischen Starregiesseur – Stefan Herheim mit einer Wagner-Oper: Die Meistersinger von Nürnberg. Man munkelt, dass Pereiera seine Entscheidung für Stefan Herheim bei der Premiere von Don Giovanni im Essener Aalto traf. Diese bewundernswerte Aufführung des Don Giovanni ist ab 15. Juni 2014 im Aalto wieder zu bewundern.

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