Repair Café Mönchengladbach: Aufgemöbelt

Reparieren und reparieren lassen | Foto: Florian-Alexander Scholz

Das Handy hakt mal wieder und die Lieblingsjeans hat Risse an ungünstigen Stellen? Ein Fall für das Repair Café der Hochschule Niederrhein: „Wir möchten zeigen, dass es Alternativen zur Wegwerfmentalität gibt“, beschreibt Pädagogik-Student Marco Patriarca die Grundidee des im Juni eröffneten Repair Cafés im ASTA-Keller der Krefelder Hochschule Niederrhein.

Zusammen mit Yulia Taranenko, Studentin der Wirtschaftsinformatik, ist er für den Ablauf im Café verantwortlich. Dort gibt es neben Kaffee und Kuchen an jedem ersten Sonntag im Monat immer abwechselnd an den Standorten in Krefeld oder – wie am 6. Juli – in Mönchengladbach Hilfe zur Selbsthilfe: „Das zu reparierende Objekt wird nicht einfach abgegeben, sondern ein Experte gibt die Anleitung zur Reparatur.“

Sollte es trotz des Leitfadens partout nicht mit der selbstgemachten Reparatur klappen, stehen Experten mit hilfreichen Kniffen bereit: Textildesign- und Elektrotechnik-Studenten sind genauso mit Rat und Tat zur Stelle wie Fachkundige, die nicht mehr am Erwerbsleben teilnehmen – Taranenko und Patriarci klopften kürzlich beim Seniorentreffpunkt an, um möglichst viele Generationen im Café zu vereinen. Die Grundausstattung – Standardwerkzeug, eine Nähmaschine und diverses Elektrikerfachwerkzeug – tut ihr Übriges zum gelungenen Aufmöbeln.

Künftig sollen außerdem nicht nur Kleidung, elektronische Kleingeräte und Fahrräder bewerkelt werden. Das Projekt möchte sich langfristig um fleißige Helfer und ein vielfältiges Equipment erweitern. Da verwundert es kaum, dass Marco Patriarca kein Neuling mehr im gemeinnützigen Reparaturbereich ist: „Ich leite eine Fahrrad-AG an einer Odenkirchener Hauptschule und bin es gewohnt, Jugendlichen Anleitung zur Reparatur zu geben.“ Und auch in Sachen Wegwerfen geht der Mönchengladbacher mit gutem Beispiel voran. So nennt er ein zehn Jahre altes Handy sein Eigentum. Prinzip ist schließlich Prinzip: „Ich behalte Dinge grundsätzlich so lange, bis sie, selbst nach einer möglichen Reparatur, ihren Zweck nicht mehr ausreichend erfüllen.“