Theater Solingen: Probleme, Revolte und Unterhaltung

Die Welt zu Gast in Solingen – und Sebastian Schnoy moderiert

Probleme, Revolte und UnterhaltungKurz vor der Spielzeitpause hat das Theater Solingen noch ein vielseitiges Programm zu bieten. Neben einigen Konzerten stehen zwei Jugendstücke und der Gala-Abend der Walder Theatertage im Spielplan. 

Mit „Pubertätstragödie über Außenseiter, frühe Schwangerschaft und Aggressionen“ ist „Fegefeuer in Ingolstadt“ (2. Juli) untertitelt. Dass sich hier alles um Wirrungen und Orientierungsversuche Jugendlicher dreht, macht der Plot deutlich: Außenseiter Roelle ist verliebt in Olga. Die ist allerdings schwanger von Peps, der wiederum schon eine neue Freundin hat. Als Olga versucht, das ungeborene Kind abzutreiben, versucht Roelle mit diesem Wissen, von ihr Zärtlichkeiten zu erpressen. Olgas Schwester Clementine ist jedoch in Roelle verliebt und eifersüchtig auf Olga, während ihr Bruder Christian Roelle abgrundtief hasst … Mehr Jugendproblematik geht nicht? Doch. Das beweist der weitere Verlauf.

Um ganz andere Probleme geht es im Schauspiel „99 Prozent“ (9.+10.7.). Wie aktuell auch in der Türkei geschehen, demonstrieren spätestens seit dem sogenannten Arabischen Frühling auf der ganzen Welt Menschen für Freiheit, Demokratie und freie Meinungsäußerung. „Im neuen Stück des spinaTheaters wollen wir über den Tellerrand auf die weltweiten Protestcamps schauen, aber uns auch selbst die Frage stellen, was wir eigentlich revolutionieren wollen, was uns empört. Welcher Teil der 99 Prozent bin ich? Und: Will ich überhaupt etwas verändern, oder bin ich eigentlich viel zu faul dazu?“, umschreibt das Junge Ensemble Solingen seine Herangehensweise. 

Keinen existenziellen Fragen, sondern der Unterhaltung dient die Gala der Walder Theatertage am 13. Juli. Tanz, Artistik, Clownerie – das Programm ist vielfältig und wird von Kabarettist Sebastian Schnoy sicher mitreißend moderiert. Der Künstlerische Leiter Peter Wirtz meint dazu: „In dieser Theatergala werden Möbelstücke lebendig, Menschen zu Flugobjekten, Wortkünstler zu Akrobaten und Tänzer zu Zauberern und scheinbar Verrückte zu wahren Philosophen. Es ist traurig, aber wahr, es wird für diese Veranstaltung nicht für alle Menschen Karten geben und eine Wiederholung ist ausgeschlossen.“