Schwarzmarkt ganz legal

Dunkle Ecken, schmierige Gestalten und heiße Waren - daran denken viele bei einem Schwarzmarkt. Auf dem „Schwarzmarkt“, der am 27. Juli im Düsseldorfer Toykio stattfindet, treffen sich aber keine Kleinkriminellen, sondern Design-Verliebte und Jäger von Modeschätzchen. Neben handgefertigtem Schmuck junger Goldschmiede finden die Besucher dort Bücher in Kleinstauflagen und selbstgenähte Mode von Wohnzimmerlabels.

 Der „Schwarzmarkt“ ist ein Konzept der Designredaktion, einem Kurs an der FH Düsseldorf. Schon seit einigen Jahren organisieren und gestalten ihn die beiden Kommunikationsdesignstudenten Saskia Gebauer und Nick Wolff. Mittlerweile schafften die beiden den Sprung vom improvisierten Verkaufsstand in der FH zum professionellen Event außerhalb der Hochschule. Im vergangenen Semester war das Herzensprojekt des Duos erstmals außerhalb der gewohnten vier Wände unterwegs. Als Pop-Up-Event gastierte er im Afew-Store in Düsseldorf. Bereits dort war der Markt mit fast 500 Besuchern, trotz Kälte und Schnee, gut frequentiert. Jetzt starten die Studenten ihr zweites Auswärtsspiel - dieses Mal geht es ins Toykio, einem Hybrid aus Café, Shop und Galerie. Alle, die ein Herz für handgemachte Produkte mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis und gestalterischer Qualität haben, sind am 27. Juli dort gut aufgehoben. Außerdem jeder, der sich in einer Partynacht nicht mehr über die 7,95 Euro-Kette von H&M ärgern möchte, die außer einem selbst noch fünf weitere Damen im Umkreis von 10 Metern schmückt.

Die Liebe zum Detail und die Wertigkeit waren Saskia Gebauer immer wichtig und so distanziert sie sich ganz bewusst von großen Modeketten mit Massenproduktionen in China, aber auch von „Hausfrauenbastelei“, wie sie auf Dawanda und Etsy angeboten wird. Gebauer setzt hingegen auf handgemachte Produkte mit Designanspruch. Die meisten angebotenen Schmückstücke sind sogar Unikate, die von Studierenden des Fachbereichs Produkt- und Schmuckdesign hergestellt werden. Da eine abgeschlossene Goldschmiedeausbildung die Aufnahmebedingung für das Studium ist, handelt es sich bei dem Geschmeide um handwerkliche Arbeit vom Profi und nicht um „Gebastel“. „Wenn du das jetzt nicht kaufst, dann ärgerst du dich hinterher“, genau dieses Gefühl soll ein Produkt einem Kunden geben. Mit diesem Gedanken ist Saskia Gebauer auch an das Corporate Design der Veranstaltung, was ganz nebenbei Ihre Bachelorarbeit darstellt, gegangen. Also schnappen sie sich eine Tasche für die Beute und los zum „Schwarzmarkt“.

Schwarzmarkt meets Toykio: 27.7., 19-24 Uhr, Toykio, Immermannstr. 18, Düsseldorf