Peter Angermann: Sitzen zwei Bären am Lagerfeuer …

| Foto: VG Bild-Kunst Bonn

Als Peter Angermann 1972 die Düsseldorfer Kunstakademie verließ, war er zunächst einmal ratlos. Seine Leidenschaft für Malerei war in der Beuys-Klasse, in der er vier Jahre lang studiert hatte, nicht gerade befeuert worden. Überhaupt war es – im Gegensatz zu heute – eine wilde Zeit an der Akademie. Sehr politisch und von unterschiedlichsten Gruppierungen geprägt.

Angermann selber hatte mit der YIUP-Gruppe allerlei provokante Aktionen, auch gegen seinen Lehrer Beuys, initiiert. Das alles ist mittlerweile lange vorbei. Die Malerei hat Angermann nie aufgegeben, trotz Beuys. Und provokant ist der 1945 geborene Oberfranke auch heute noch wie eh und je. Bester Beweis: Seine Einzelausstellung, derzeit unter dem Titel „Licht am Horizont“ im Krefelder Museum Haus Lange zu sehen.

Ein Jahr lang brauchte der Künstler nach seinem Studium, um die Lehren von Beuys komplett über Bord zu werfen und wieder zu malen. Gemeinsam mit seinem Ex-Kommilitonen Milan Kunc und Jan Knap gründete er die Gruppe NORMAL. Deren Bildsprache war nah am alltäglichen Leben, zeichnete sich zudem durch einen anarchisch-witzigen Impetus aus. Individualismus lehnte das Trio strikt ab. Bilder wurden gemeinsam geschaffen – teilweise auch in der Öffentlichkeit.

Nach Auflösung der Gruppe im Jahr 1981 arbeitete Angermann allein weiter, behielt seinen provokanten, absurd-anarchistischen Witz aber bei. So auch in den „Bärenbildern“, einer Werkgruppe, die bis heute immer wieder um Arbeiten ergänzt wird. In Familienbildern tauscht Angermann die menschlichen Protagonisten kurzerhand gegen Bären aus. Ein genialer Schachzug! Auf dem Gemälde sitzen die Fellträger dann schon mal Arm in Arm vorm Lagerfeuer und betrachten Landschaft und Sonnenuntergang. Auch ansonsten war Angermann immer für eine Überraschung gut. 1987 wandte er sich der damals äußerst verpönten Landschaftsmalerei zu, die heute ebenfalls fester Bestandteil seines Oeuvres ist.

Die Ausstellung im Museum Haus Lange gibt einen Überblick über das gesamte malerische Werk – angefangen mit Jugendwerken aus den 1950er und -60er Jahren bis in die Jetztzeit.

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