Fortlaufendfolgend: Erinnerung

Design trifft Literatur

Nach einer gefühlten Ewigkeit liegt aktuell die neue Ausgabe von ff. vor, diesmal zum Thema Erinnerung. Hohen Wiedererkennungswert hat das Magazin ja, aber: Wer steckt noch mal dahinter? coolibri hat Julia Meer gefragt.

coolibri: Die wievielte ff. ist das?

Julia Meer: Nach 2006 und 2008 die dritte.

Wer ist die Redaktion?

Sebastian Glück und ich geben die ff. gemeinsam heraus – anfangs haben wir uns gemeinsam auf Autorensuche begeben, inzwischen ist es eher so, dass ich die Redaktion mache und Sebastian die Gestaltung. Aber wir reden uns natürlich gegenseitig in die Aufgaben rein, diskutieren über Schriftwahl, die Positionierung der Illustrationen etc.

An wen richtet ihr euch?

An all diejenigen, die die schöne Form ebenso schätzen wie einen anspruchsvollen Inhalt. Die Texte sind sehr verschieden im Stil, einige präzise wissenschaftliche, andere anekdotisch oder ironisch, insgesamt sind sie aber verhältnismäßig lang und verlangen Lust am Lesen und Mitdenken. Das liest sich vermutlich abschreckend, aber es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen, denn jeder Autor nimmt die Leser mit in seine Denkwelt und eröffnet neue Perspektiven auf das, was uns umgibt. Und selbstverständlich merkt man dem Heft an, dass Sebastian und ich aus der Gestaltung kommen, aber uns wurde mehrfach versichert, dass auch Nicht-Gestalter die Zeitung schätzen und gerne lesen. Und genau das erhoffen wir uns, darum bitten wir ja auch Autoren unterschiedlicher Fachrichtung um Artikel. Literaturwissenschaftler sehen die Welt anders als Designer, als Historiker als … Dieses Prinzip funktioniert beim Blick auf die Stadt Wuppertal (Ausgabe 1) ebenso wie beim Nachdenken über Erinnerung.

Als was würdet ihr ff. bezeichnen?

Ich habe es mal „multiperspektivisches Designmagazin“ genannt, aber das klingt etwas affektiert, oder? Es ist eine Zeitung, die das Lesen und Schauen zelebrieren möchte. Das sich Verstecken hinter großen Seiten, das Abtauchen in anderer Leute Gedanken, das sich Zeit nehmen, den Spaß am Andersdenken und genauer Hinschauen. Das zumindest ist das, was ich an der ff. mag – andere schätzen sie als Platzdeckchen oder Geschenkpapier und auch damit können wir gut leben, Hauptsache sie macht Freude. Wir freuen uns, dass die ff. gesammelt wird, dass sie auf Toiletten immer wiederdurchblättert wird und stolz verschenkt wird. In der ff. stecken die Ideen von 24 Autoren plus Illustratoren. Herrlich.