Decide or else: Impulse Theater Festival 2017

Hamlet im Wolfspelz | Foto: Donata Ettlin/Dominik Müller

Die freie Entscheidung ist ja – so viel ist spätestens seit Brexit oder Trump klar – Fluch und Segen. Sich bis zuletzt alle Möglichkeiten offen zu lassen oder nur auf andere zu setzen, bringt dementsprechend wenig. „Decide or else“ (frei übersetzt: Entscheid oder stirb) lautet deshalb der kühne Vorschlag und das Motto des diesjährigen Impulse Theater Festivals.

Selbiges fungiert damit einmal mehr als Labor und verknüpft Theater mit Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Festivalzentrum ist Köln, aber auch in Mülheim an der Ruhr und in Düsseldorf dreht sich alles um das Ja, Nein oder Jein. Los geht es am 22. Juni im Kölner Depot 2 mit einem Klassiker, dem Sein-oder-nicht-Sein-Stück „Hamlet“ in der Inszenierung des Schweizer Regisseurs Boris Nikitin.

Der Protagonist, gespielt von Julian Meding, spricht dabei kaum ein Wort der Originalvorlage, sondern verhandelt die Themen Krankheit, Tod, Depression Andersseinwollen und Andersseinmüssen zeitgemäß – und unterlegt von Kölner Barockmusikern. Im gesamten Festivalzeitraum zu sehen sein wird die performative Aktion „Delicate Instruments of Engagement“ in der Düsseldorfer Kunsthalle. Darin stellt Choreografin Alexandra Pirici die Frage, ob wir mit dem weltweiten Spektakel nicht längst in Beuys‘ Konzept der sozialen Skulptur und der Welt als Gesamtkunstwerk angekommen sind. Ja, nein - vielleicht?! NaB