RuhrHOCHdeutsch: Summer of Laugh

Die Geschwister Pfister

Ein Sommer im Zelt: Die einen verbringen ihn mit Dosenravioli und Six-Pack Discounter-Bier, die anderen in der Nobel-Variante im Spiegelzelt, in der es jedoch nicht minder spaßig zugeht: Die 5. Ausgabe von RuhrHOCHdeutsch liefert vom Old School Politkabarett bis zum krachigen Stand up jede Menge Gaudi.

Hereinspaziert: Seit fünf Jahren bittet das Festival nun schon im atmosphärischen Jahrmarkt-Spiegelzelt mit historischer Atmo die Crème de la Crème der Spaßmacherzunft nach Dortmund. Zunächst unterm U, jetzt direkt an der A 40, liefert die ikonenbesetzte Reihe den Ausgleich zu den weitgehend comedyfreien Sommerspielplänen der meisten Theater. Und das mit Konzept: „Wir sind kein Abspielfestival, sondern erfinden uns jedes Jahr wieder neu“, so Festivalleiter Horst Hanke-Lindemann.

Neu auf dem Plan sind etwa das von Knacki Deuser moderierte 1. Deutsche Stand-up Festival oder die Late-Night-Reihe „Kollegen lesen Kollegen“, in der Texte von verstorbenen Kabarettisten von großen Namen wie Malmsheimer oder Klocke wiederbelebt werden. Ein weiteres Highlight ist das WM-Spezial: Unweit der Spielstätte des BVB laden die Moderatoren Peter Schnittker und Peter Großmann illustre Gäste aus Fußball und Comedy ein, bevor ab 22 Uhr das Public Viewing angepfiffen wird.

Bonbons und Magneten

Bruno Knust und Lioba Albus

„Da kommen tolle Gäste wie Norbert Dickel oder Aki Schmidt, allein Ente Lippens könnte den ganzen Abend auf der Bühne stehen und alle hätten Pipi in der Hose“, schwärmt der Fletch-Bizzel-Betreiber Lindemann, der nach fünf Jahren angeblich rund 50 Prozent des Publikums persönlich kennt. Viele sind nämlich Wiederholungstäter, kaufen sich manchmal 17, 18 Karten fürs gesamte Festival. Kein Wunder bei dem prallen und wohlsortieren Programm: Montags gibt’s Currywurst, dienstags ein Fünf-Gänge-Menü, mittwochs ist Frauenabend mit Lioba Albus und Gästen.

Publikumsmagneten sind dabei nicht immer nur die üblichen Verdächtigen. „Natürlich sind wir stolz auf einen Richling, Busse oder Rogler, aber die Mischung macht’s“, erklärt der Festival-Vater und verweist auf Bonbons wie die Geschwister Pfister, die mit ihren schrägen Vintage-Schlager-Shows in diesem Jahr erstmals dabei sind.

Auch wenn der namensgebende Pott-Dialekt nicht unbedingt in jeder Darbietung durchscheint, will man „eine Marke setzen und zeigen: Das sind wir Ruhris“. Und die definieren sich ja nicht zuletzt über den „märchenhaftesten aller Dialekte“, den Lindemann so erklärt: „Trotz ‚wa‘ und ‚ey‘ ist das Ruhrdeutsch eine passable Sprache. Den Ruhrgebietsdialekt kann man verstehen und schreiben. Bayerisch nicht.“