B1/A40: Kunst im Schatten der Autobahn

Haltestelle Eichbaum | Foto: Markus Ambach

B1/A40 – Die Schönheit der großen Straße“ – zum zweiten Mal bespielt der Kurator Markus Ambach, in Kooperation mit „Urbane Künste Ruhr“, das direkte Umfeld der Autobahn A40.

Eines muss man direkt klarstellen: Bei „B1/A40 – Die Schönheit der großen Straße“ geht es nicht darum, die Autobahn mittels interessant bepinselten Lärmschutzwänden und mutwillig in die Grünstreifen gerammten Installationen in einen befahrbaren Skulpturenpark zu verwandeln. „Wichtig ist, dass sich das Projekt nicht mit der Autobahn obendrauf und dem Fahren beschäftigt, sondern mit ihrem Umfeld“, betont Kurator Markus Ambach. „Man denkt immer, man könnte durch die Ausstellung fahren und alles vom Auto aus sehen. Das hat mich nie interessiert – bei der A40 geht es ganz klar darum, dass sich unter, entlang und im Umfeld der A40 sehr schwierige Stadträume entwickelt haben.“

Duisburg & Bochum

Im Schatten der Autobahn, hinter den Lärmschutzwänden des Reviers, lässt sich Ungewöhnliches entdecken. Wie der Duisburger Stadtteil Werthacker, der mitten im Kreuz Kaiserberg liegt, die Autotuner-Szene am Dückerweg in Wattenscheid, oder die Schrebergartenanlage in Bochum-Hamme hinter einer Fernwärmeleitung in direkter Nachbarschaft zum Schlachthof, Tanzstudio und zum SM-Club „Stahlwerk“. In einem dieser Gärten markiert neuerdings eine Fahne mit der Aufschrift „Museum“ den Standort von Elke Krasnys „Archiv der Eigenständigkeit“.

Essen & Mülheim

Im Essener Stadtteil Frillendorf, den die A40 hart durchschneidet, wird Leni Hoffmann ihre Installation „klitschko_w klitschko_v“ im Straßenraum präsentieren. Die betonbrutale Architektur der Mülheimer Straßenbahnhaltestelle „Eichbaum“ bespielt Wanda Sebastian. Hier sollen Konzerte stattfinden, sowie die offizielle Eröffnung des „B1/A40“-Projektes (14. Juni, 18 Uhr) mit Musik, geführtem Rundgang und einer Tanz-Performance des „Ruhr Casino Bochum“.

Diese und weitere künstlerische Interventionen von Manuel Franke, Jeanne van Heeswijk, Mauricio Kagel, der KUNSTrePUBLIK unter anderem kann man sich selbst erarbeiten und erlaufen.

Es ist eben nicht nur die Kunst, die wichtig ist, sondern auch die Einbeziehung des direkten Umfeldes, das Sichtbarmachen der räumlichen Kontraste, sagt Markus Ambach. Diese möchte man, wie am Beispiel „Eichbaum“, bewusst zeigen: „Das hier ist zwar hart, aber zwei Meter weiter sieht’s schon wieder ganz anders aus.“

Weiterlesen

This Is Not Detroit: Ein kleiner Rundgang

Das Detroit-Projekt steckt mitten in seinem Sommerfestival und wir sind ausgezogen, um ein paar der Aktionen und Kunstwerke auszutesten. Dabei stießen wir auf Beton, Blumen und jede Menge Stoff zum Nachdenken. [mehr...]


Kommentare

  1. von Renate 27.06.14 (17:37 Uhr)

    Uuuh, Kunst … nö, nö, die ist nicht tot. Im Falle von Herrn Kagel hört sie übrigens auf den Namen Musik. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass keine seiner Kompositionen hier, also im „Museum Berggate 69“, als künstlerische Intervention zu bezeichnen ist.

  2. von coolibri 27.06.14 (14:47 Uhr)

    ... aber seine Kunst ja nicht.

  3. von Renate 27.06.14 (12:38 Uhr)

    „Interventionen von […] Mauricio Kagel“ – wow, wie macht er das nur? From heaven to earth? Der Mann ist seit sechs Jahren tot!

Kommentar hinzufügen

* Pflichtfeld