Von Rüpelspiel bis Hoftheater: Ein Sommernachtstraum

Hanna Werth als Hermia | Foto: Nils Bröer

Unerfüllte Liebe, Verwechslungen, Intrigen – schon vor über 400 Jahren wusste William Shakespeare, was die Ingredienzien für eine gute Komödie sind (für eine gute Tragödie auch).

Zwei Hände voll Figuren und Namen muss man schon filtern, wenn man sich eines seiner bekanntesten Stücke, „Ein Sommernachtstraum“, vornimmt. Hierin dreht sich alles um Liebe und Macht im alten Athen und um das Aufeinandertreffen von ganz unterschiedlichen Welten. Denn: „Nicht weniger als drei Sphären sind es, die Shakespeare in seiner erotischsten Komödie kollidieren lässt“, kündigen die Wuppertaler Bühnen an, wo der „Sommernachtstraum“ Mitte Juni im Opernhaus Premiere feiert. „Die höfische Welt Athens, wo vier junge Menschen ihre Liebespfeile hoffnungslos aneinander vorbei zielen und ihre Krankheit des Herzens sie in den Zauberwald auf eine wahnwitzige Verfolgungsjagd bzw. Flucht schickt. Eben jener Wald, der die übersinnliche Welt des Elfenreiches beherbergt. Dort sind das zerstrittene Herrscherpaar Oberon und Titania damit beschäftigt, sich mit ihrer Eifer- und Streitsucht das Eheleben zur Hölle zu machen – was erheblichen Kollateralschaden für alle anderen Personenkreise zeitigt, die sich im Wald aufhalten. Auch für die sehr irdische Sphäre der schauspielernden Handwerker, die zu Ehren des sich vermählenden Athener Königspaares eine große Tragödie einstudieren wollen.“ Alles in allem ein Stoff, der bis heute fasziniert und unzählige Theater- und Filmschaffende (bis nach Hollywood) zu Interpretationen inspiriert hat.

In der Inszenierung von Dominique Pitoiset trifft man auf viele bekannte Namen des Wuppertaler Ensembles, auch das Ensemble „Von Perotin bis Pärt“ wirkt an dieser Produktion mit; Shakespeares „genialster Komödie“, wie man hier urteilt. „Sie wäre nicht so genial, wenn er nicht seine Figuren auf dem Weg zum Happy End hart an den Abgrund führte, in dem sich die zerstörerische Kraft des Begehrens und die Launenhaftigkeit der Leidenschaft zeigen.“

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