tanzkongress 2013: Tanz als Denksport

Europa und Afrika: „Création Du Monde 1923–2012“ | Foto: Mathieu Rousseau

„Denken, Diskutieren und künstlerisches Darbieten“ – so bringt Bertram Müller auf den Punkt, was die Zuschauer beim Tanzkongress 2013 erwartet. Der geschäftsführende Direktor und Mitbegründer des tanzhaus nrw freut sich ganz besonders auf die Veranstaltung. Vom 6. bis zum 9. Juni verwandelt sich Düsseldorf in eine Tagungs- und Tanzstätte und bietet gleich auf mehreren Wegen Gelegenheit, den Status Quo der körperlichen Bewegung zu erfahren.

Das tanzhaus, das FFT, die Opernhäuser in Düsseldorf und Duisburg, das Schauspielhaus und das Capitol sind Austragungsorte. Um die hundert Darbietungen sind geplant, über 200 Referenten aus dem nationalen und internationalen Raum reisen an. Oberthema des Kongresses: „Bewegungen Übersetzen – Performing Translations“. Theorie und Praxis sollen sich hier zu einem Ganzen verbinden.

Bereits das Eröffnungsstück birgt einerseits ästhetischen Hochgenuss, andererseits Diskussionsstoff: Faustin Linyekulas „La Création Du Monde 1923–2012“, eine symbolische Schöpfungsgeschichte, feiert am 6.6. im Schauspielhaus Deutschlandpremiere und wirft die Frage auf: Wie sehen Europa und Afrika einander? Der kongolesische Choreograph rekonstruiert das Originalstück von 1923 und möchte herauszufinden, inwieweit sich der europäisch-afrikanische Blick seitdem gewandelt hat. Mit dem Wandel des Tanzes beschäftigt sich auch Martin Schläpfer während der Tagung: „Es freut mich, als Ballettmensch teilzuhaben und zu zeigen, dass wir auch forschen und denken.“ Der Ballettdirektor und Chefchoreograph der Deutschen Oper am Rhein präsentiert mit seiner Kompanie die Stücke b.15 (7.6.) und b.14 (8.6.) an den Operhäusern in Düsseldorf und Duisburg und empfängt außerdem zur Schlussgala am 9.6.. Auch Choreographin Silke Z widmet sich spannenden Themen: So bringt sie im tanzhaus nrw mit dem zweiten Teil ihres Generationenprojekts „Unter Uns“ zwei Männer Ü50 auf die Bühne. Regionalpatriotische Fehde spielt für Silke Z. übrigens keine Rolle: „Ich finde es toll, dass der Kongress in Düsseldorf stattfindet. Und ich bin Kölnerin.“

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