Streetart Mauerprojekt: Wie die Zeit verrinnt

Straßenkunst in Dortmunds erster Freiluftgalerie | Foto: Irmine Skelnik

Eine simple Sanduhr hat sich letztlich durchgesetzt. Dabei war ihre Konkurrenz beim Streetart-Mauerprojekt in Dortmund doch so groß. Und die Jury von der Skizze zu Fabian Schuberts späterem Sieger-Graffiti erstmal gar nicht so überzeugt.

Der 34-Jährige hat dafür eine einfache Erklärung: Erst kurzfristig hatte er von dem Wettbewerb an der langen Mauer an der Weißenburger Straße erfahren, auf die Schnelle einen Vorschlag gezeichnet und ihn quasi in letzter Minute in den Briefkasten geworfen. „Das war auch noch das Wochenende, an dem wir umgezogen sind“, erinnert sich der Grafikdesigner. Denn erst vor einem Jahr trieb es den Bielefelder nach Dortmund. Diesen April setzte er gemeinsam mit den anderen rund achtzig Künstlern auf der 250 Meter langen Mauer den Pinsel und die Spraydose an. Und erhielt Anfang Mai für seine zehnstündige Arbeit die Quittung: „Nature Supersession“ überzeugte mit der „kreativen Interpretation des Rückgangs der Natur und des Anwachsens der Städte“, entschied die Jury um Dieter Ritter, Leiter des RWE-Kraftwerks, das sich hinter der bemalten Mauer befindet.

1.Platz: Nature Supersession
2.Platz: Urban Jungle
3.Platz: Concrete Jungle

Gemeinsam  mit Andreas Koch (Stiftung Soziale Stadt), Iris Kosumi (Sparkasse Dortmund), Marco Rühmann (BVB Stiftung Leuchte auf), Lydia Albers (QM Nordstadt) und Annette Kritzler (KulturMeileNordstadt) suchte Ritter nicht nur die technisch am saubersten gearbeiteten Werke aus, sondern auch die, die die thematischen Vorgaben „Energie, Umwelt, Verkehr und Großstadtdschungel“ am eindrucksvollsten und kreativsten umgesetzt haben. Und das waren neben „Nature Supersession“ auch „Urban Jungle“ von Hannes Schlachter, Christoph Wockelmann und Michael Flamme, das es auf den zweiten Platz schaffte, und „Concret Jungle“ von Dalibor Babic, der den dritten Platz belegte – letzteres Bild ist übrigens eines der wenigen Werke in Schwarz-Weiß. Sonderpreise gingen an das Gymnasium Leibnitz für die „Arche Dortmund“ und an die Kielhornschule, für ihr buntes „Mittendrin und echt dabei“.

Doch auch abseits der Preisträger: Die Wand, die die Weißenburger Straße in Dortmund zu beiden Seiten flankiert, ist jetzt als permanenter, urbaner Ausstellungsraum echt sehenswert: Viele Graffiti-Künstler haben sich hier ausgetobt und teils geniale malerische Fußabdrücke auf den Steinen hinterlassen.

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