Walder Theatertage: Ja, sind wir hier in Wald?

Drei Platingewinner: Leszek Możdżer, Zohar Fresco & Lars Danielsson

Alt trifft auf Jung, Jazz auf Klassik und Marilyn Monroe auf Pina Bausch, wenn internationale und deutsche Kulturschaffende ins Bergische reisen. Schon im Auftaktmonat der Walder Theatertage prallen Bühnenwelten aufeinander.

Seit 17 Jahren finden sich altgediente Künstler und jugendlicher Nachwuchs im Solinger Stadtbezirk Wald ein, um Musik, Kabarett und Theater zu zelebrieren. Der Schulleiter Peter Wirtz organisiert seit 1998 das Theaterfestival im Solinger Nordwesten. Besonders stolz ist der Direktor der Friedrich-Albert-Lange-Schule auf die Gäste des Auftaktkonzertes: Mit Leszek Możdżer, Lars Danielsson und Zohar Fresco lauschen die Besucher einem erfolgsgewohnten Jazztrio. In Polen haben die drei internationalen Musiker mit ihrer Platte „Polska“ ein Platinalbum gewonnen. Gemeinsam kombinieren sie Einflüsse aus ihren Heimatländern Polen, Schweden und Israel sowie aus der Klassik mit Jazz-Improvisationen.

Ebenfalls international ist das künstlerische Austauschprogramm „Sharing Roots“ mit Schülern aus Solingen, Leeds und Malta. Die rund sechzig Jugendlichen erarbeiten unter der Anleitung der Choreographin Emiliy Welther eine Performance-Ausstellung. Mit „Arts in Motion – A Tribute To Pina Bausch“ erinnern sie an die in Solingen geborene Tanzikone. Im weiteren Verlauf von „Sharing Roots“ reisen die Solinger Schüler nach England und Malta.

Eine Hommage an eine andere große Frau bringt Britta Weyers mit ihrem Stück „Marilyn – Liebe macht blond“ in den Lichtturm. „Mit dieser Spielstätte arbeiten wir seit fünf Jahren zusammen und haben damals die kleinste Bühne der Welt ausgerufen“, erinnert sich Wirtz. Zwei mal vier Meter misst der in 27 Metern Höhe gelegene Spielort im ehemaligen Wasserturm. Und weil auch die Publikumsgröße dort oben begrenzt ist, spielt und singt Weyers gleich zweimal ihre Hommage an die weltbekannte Monroe.

„Sexy ist was anderes“ von der Kabarettistin Anka Zink klingt dagegen wie ein Kontrastprogramm. Die Rheinländerin macht sich darin Gedanken um unser vernetztes und durchdigitalisiertes Leben.

Das Ende der Mai-Highlights bilden die drei Tage mit dem Bergischen Theaterwettbewerb unter dem Motto „Krass – Das geht mich und dich was an!“