state-theatre/translokal#1: Theaterausweitung

Blick über die Friedrichstadt: „state-theatre / translokal #1“

40215 Düsseldorf wird zur Performance-Plattform, wenn das Theater-, Film- und Kunstprojekt von Constanze Fischbeck, Daniel Kötter und Jochen Becker je drei bis fünf Zuschauer bei speziellen Rundgängen in die unmittelbare Umgebung des FFT entführt. „state-theatre / translokal #1“ will, so Regisseur, Filmemacher und Videokünstler Kötter, „dass die Besucher mit ganz neuen Augen auf ihre Friedrichstadt schauen, die Teilnehmer diese Orte als Erweiterung des Theaters erfahren.“

Das Projekt basiert auf sechs Dokumentarfilmen, die in Zusammenarbeit mit lokalen Choreografen, Architekten oder Soziologen in Lagos, Teheran, Berlin, Detroit, Mönchengladbach und Beirut entstanden sind. Im Fokus stehen städtebauliche Bedingungen des Performativen, repräsentiert anhand verlassener, ursprünglich als Stätten der Versammlung konzipierter Orte. So porträtieren die im Theatersaal gezeigten Filme unter anderem die Vahdat Halle in Teheran, die nach dem Vorbild eines westlichen Opernhauses wie etwa der Mailänder Scala entstand und noch heute an den regen Kulturbetrieb während des Schah-Regimes erinnert. Sechs Detroiter thematisieren strukturelle Veränderungen in ihrem „Entertainment District“. Neun Darsteller bespielen die Baugrube des abgerissenen Theaters in Mönchengladbach. Die entsprechenden Walks werden von Akteuren aus den jeweiligen Städten begleitet, darunter Choreograf Segun Adefila, der in Lagos ein Tanzzentrum leitet, oder der libanesische Architekt und Künstler Rani Al Raji.

Kötter: „Es geht immer darum, den Stadtraum als performativen Raum zu qualifizieren und die Friedrichstadt mit den Augen des jeweiligen Herkunftslands zu reinterpretieren. Seit Mitte 2013 haben wir in mehreren Recherche-Aufenthalten die Friedrichstadt untersucht, haben Kontakt zu Anwohnern und ansässigen Organisationen aufgenommen. Da beispielsweise in Detroit viele Theater in Parkplätze und -häuser umgenutzt wurden, wurde unser Blick automatisch auch auf die Parkhäuser in der Umgebung des FFT gelenkt.“ „state-theatre / translokal #1“ ist Auftakt einer Reihe, in der die Fallstudien in Ausstellungen, Screenings und Aktionen auf neue städtische Umgebungen wie um Beispiel in der SALT Galerie Istanbul oder bei der Architektur-Biennale Venedig übertragen werden.

Walks starten ab 18 Uhr alle 45 Minuten
Dokumentarfilme: 18
22:30
Diskursprogramm: 21:45 Uhr

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26.-29.4., FFT Kammerspiele, Düsseldorf

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