Shakespeare in Mülheim: Jubiläumssache

Roberto Ciullis „König Lear“ | Foto: K. Maron

Die Zusammenhänge von Gesellschaft, Politik und Individuum spielen in den Theaterarbeiten des britischen Visionärs Lee Beagley eine große Rolle. Seine Kunst ist nichts für elitäre Kreise, er setzt verstärkt auf Publikumsnähe und eine emotionale Bildsprache.

Gerne geht er mit seinen Produktionen auf die Straße, er begeistert Jugendliche in Kunstprojekten (wie am Kinder- und Jugendtheater Dortmund) und sucht den kreativen Austausch in europäischen Nachbarländern. Es ist also kein Wunder, dass er sich dem Theater von William Shakespeare zugetan fühlt, in dem gesellschaftliche Standesunterschiede so facettenreich verhandelt werden. Für die Bremer Shakespeare Company hat Beagley u. a. „Viel Lärm um nichts“ auf die Bühne gebracht, das im Rahmen eines dreitägigen Shakespeare-Schwerpunktes am Theater an der Ruhr begutachtet werden kann. Dies ist der Beginn eines regelmäßigen Austauschs zwischen den Bühnen in Bremen und Mülheim. Anlass ist der 450. Geburtstag des elisabethanischen Großmeisters, daher gibt es außerdem Roberto Ciullis Fassung des „König Lear“ und die preisgekrönte Inszenierung „Was ihr wollt“ von Karin Neuhäuser zu sehen.